Esoterisch-spirituelle Fachbegriffe
Entnommen aus:
BRIEMLE, G, (1997): Wer Ohren hat, der höre. Esoterisch-christliche Wege zum Seelenheil. - Theophanica-Verlag, Aulendorf, 350 S. ISBN: 3-9802569-2-8.
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Y Z
Absolutheit: die allumfassende, unbedingte, unerkennbare Gottheit. “Urgrund” nach
Meister Ekkehart, “Brahman” oder “Parabrahm” nach den hinduistischen Veden.
Adept (lateinisch): in der theosophischen Literatur die Bezeichnung für “Meister der
Weisheit”, seelisch Vollkommener oder auch spiritueller Übermensch.
Agnostiker : ein von Julian Huxley geprägtes Wort für jemand, der nur an das glaubt, was
durch die fünf Sinne nachvollzogen werden kann (Atheist, Gottesleugner).
Ägyptisches Totenbuch : eine uralte Schilderung des Lebens nach dem Tod; bezieht sich auch auf Einweihungserlebnisse eines lebenden Adepten.
AkashaChronik (Sanskrit): die feinste, subtilste, alles durchdringende ÄtherForm des
Universums, in welche alle Taten, Gefühle und Gedanken der Menschen unvergänglich eingeprägt werden. Wird auch das “Gedächtnis des Logos” genannt.
Alchemie : Geheimkunst von der Stoffumwandlung. Im spätantiken Ägypten entstanden
und über Griechen, Araber und Juden ins mittelalterliche Europa gebracht. Als Vorläufer der Chemie: Destillationskunst zur Läuterung der Substanzen, Heilmittelbereitung,
Gewinnung von Weingeist (spiritus vini) und Mineralsäuren. Im mystischen Sinne erstrebte die A. die Herausläuterung des Göttlichen aus dem Menschen. Übergang vom mythischen
Weltbild der Antike zur heutigen Erforschung der Stoffe. Das Wesen der Erde und des Menschen (= Mikrokosmos) wurde als Abbild und Analogie des Weltganzen (=
Makrokosmos) empfunden und in Symbolen ausgedrückt. Die angebliche Goldmacherei kennzeichnete den Niedergang der Alchemie.
Allegorie: künstlerische Versinnbildlichung eines Begriffs, z.B. Darstellung des Alters als Greis.
Altruismus (lat.): Selbstlosigkeit, Uneigennützigkeit, die Bereitschaft, allen Wesen ohne Unterschied zu helfen.
Ananda (Sanskrit): 1. Glückseligkeit, der dritte Aspekt der buddhistischen Philosophie. 2. der Lieblingsschüler Gautama Buddhas.
Angst: von “angustus” = Enge des Bewußtseins. Angst ist Mangel an Wissen oder
Erkenntnis. Wenn man seinen Geist ausdehnt, d.h. dazulernt, vergeht die Angst zwangsläufig.
Animismus (lat.): 1. Lehre von den verborgenen Seelenkräften. 2. Lehre von der Allbeseelung der Natur
Anthroposophie (griechisch): “Menschenweisheit”, Titel der von Rudolf Steiner
verbreiteten mystischokkulten Lehren, die (unvollständig) aus der UrTheosophie hervorgingen.
Äon (gr.): die altgriechische Bezeichnung für einen unfaßbar langen Zeitraum (nicht Ewigkeit!).
apokryph: unsicheren Ursprungs; Evangelien, die aus der Sicht der Amtskirche dubioser
Herkunft sind (z.B. Offenbarungen Gottes an Mystiker oder medial veranlagte Menschen) und somit nicht in die Bibel aufgenommen wurden
Archetypen (gr.): UrTypen, kollktiver Charakter des seelischen Bewußtseins. Platon
nennt sie die “Urbilder im Göttlichen Geist”, was für alle Geschöpfe gilt. Ein menschlicher Archetypus ist sein ewiger Gottesfunke (Monade), deren göttliche Vollkommenheit der
Mensch durch viele Verkörperungen aus dem Unbewußten zum vollen Bewußtsein erwecken muß.
astral (lat.): der Sternenwelt zugehörig. In der Theosophie: zum Gefühlsbereich gehörig.
Astralkörper: Träger unserer Empfindungen und Begierden, der telepathischen
Phänomene und unseres Traumlebens. Äther- und Astralkörper haben die Form des Leibes. Da der feinstoffliche Astralkörper das Licht nicht reflektiert, bleibt er für unsere
Augen unsichtbar. Bei genügender Verdichtung kann er von hellsichtigen Menschen als Geist gesehen werden (daher der weltweite Geister- und Gespensterglaube). Der
Astralleib verbindet sich erst im Alter von sieben Jahren völlig mit dem Körper, so daß erst dann Erinnerungen an die Vorexistenz verblassen.(PASSIAN,R. 1985: 15f.)
Astralwelt (lat.): die Bewußtseinsebene, in welche der Mensch nach dem leiblichen Tod
als erste Station seines Jenseitslebens eingeht, um vor dem Aufenthalt im Devachan geläutert zu werden. (s. “Fegefeuer”)
Astrologie: Lehre von den Urprinzipien der Gestirne (nicht die Lehre von Sternen!) als
Abbildungssystem der Wirklichkeit. Sie untersucht die Beziehung zwischen Gestirnskonstellation, Charakterveranlagung und Schicksal des Menschen.(SCHULT,A. 1986: 35) Im Gegensatz zur Astronomie haben die Gestirne reinen Symbolcharakter.
Astronomie: entstand aus der Astrologie und vermisst und untersucht mit physikalischen Methoden die Gestirne und den Kosmos.
Astrosophie, Kosmosophie:Sternenweisheit, philosophischer Hintergrund der
esoterischen Astrologie. Kosmische Signaturlehre. Eine im kosmischen Gesetz verankerte Sitten- und Gottlehre der alten Kulturen Ägyptens, Sumer-Babylons, Chinas und Indiens.
Eine Ehrfurcht gebietende, geistig orientierte Sternen- und Sonnenreligion.(SCHULT,A. 1986: 71)
Ätherkörper : (PASSIAN,R. 1985: 12)Träger der vitalen Lebenskraft und aller
physischen Empfindungen (Lebensleib). Der eigentliche physische Bewußtseinsträger. Er durchdringt den körperlichen Leib, ist aber noch aus (fein) physischer Materie. Er löst sich nach dem Tode rasch auf.(PASSIAN,R. 1985: 12)
Atlantis (gr.): der im Atlantischen Ozean gelegene Kontinent und Wohnplatz der
sogenannten “4. Wurzelrasse unserer Menschheit”. A. ging infolge schwarzer Magie vor ca. 800.000 Jahren unter. Sein letzter Rest (Poseidonis) versank (nach Platon) vor 8000 Jahren.
Atman, Atma(Sanskrit): die dritthöchste Bewußtseinswelt im Kosmos, auch Nirvana
genannt. Das bewußte Leben in A. ist das letzte Ziel des Adepten vor seinem Eingehen in die rein göttlichen Sphären (Unio mystica).
Atom: in der seit den alten Griechen bestehenden Philosophie, die Atomismus genannt
wird, ist das Atom die ewige, unwandelbare, unzerstörbare und homogene letzte Einheit der Materie. In der Chemie ist es die kleinste Einheit eines Elements, die an einer chemischen
Reaktion beteiligt sein kann. In der modernen Physik ist es eine komplexe Aktivitätsstruktur mit einem Kern in der Mitte und um diesen herum den Elektronen auf verschiedenen Energieniveaus.
Atomismus: Lehre, daß alle Dinge aus letzten, unteilbaren und bewegungsfähigen
Materieeinheiten bestehen. Diese letzten Teilchen sind die Grundlage alles Materiellen. In der modernen Form dieser Philosophie wurden die Atome als “Grundbausteine” der Materie von den subatomaren Teilchen abgelöst.
Auferstehung des Fleisches: darunter sind die im Erdenleben vollbrachten guten Werke
der wahren Nächstenliebe zu verstehen. Diese werden dann zum “Fleisch” der Seele im Jenseits. Sie auferstehen mit ihr an ihrem Jüngsten Tag (am Ende der Inkarnationen) in
der Geisterwelt in Form ihres ätherischen Leibes.(Gr. Ev.Bd. 5, 238)
Aura (lat.): die einem Hellseher sichtbare Ausstrahlung des Menschen. Die über den
Körper hinausragenden Teile des Äther, Astral, Mental und Kausalkörpers. Je höher entwickelt eine Menschenseele ist, desto umfangreicher und schöner ist seine Aura.
BhagavadGita (Sanskrit): “Der Gesang des Erhabenen” = die indische Bibel. Ein Teil
des indischen Heldenepos mit hochspirituellen Weisungen.
BhaktaYoga (Sanskrit): der Heilsweg, durch gelebte Verehrung und Hingabe zur Vereinigung mit Gott zu gelangen.
Bhoga: indisches Wort für “Weg des irdischen Genusses”. Der polare Begriff dazu ist Yoga : “Wege zur Gotterkenntnis”.(RAMAKRISCHNA (1836-1886)
Blasphemie: Gotteslästerung
Blavatsky (Helena Petrowna): die unter Leitung einiger Adepten arbeitende Gründerin der Theosophischen Bewegung.
Bodhisattva (Sanskrit): ein sehr hoher Adept, dessen nächstes Ziel die Buddhaschaft ist.
Obwohl bereits im Nirvana beheimatet, bleibt er aus Barmherzigkeit weiter auf Erden inkarniert.
Brahma (Sanskrit): die erste Person der religiösen Hindu Dreieinigkeit. Der Schöpfer-Gott des Kosmos.
Brahman, Parabrahman (Sanskrit): die Absolute ungeoffenbarte Ur-Gottheit, der “Urgrund” nach Meister Eckehart.
Brahmanen: die höchste Hindu Kaste, die Priester und religiösen Lehrer des Volkes.
Buddha, Gautama (Sanskrit): der bisher letzte GottMensch mit vollkommener
Erleuchtung. Gautama war der Priestername der SakyaFamilie, der Fürsten von Kapilavastu bei Nepal. Das Wort “Buddha” bedeutet Einswerden mit ‘Bodha’, dem reinen
göttlichen Geist. Durch Versenkung in das Wesen des reinen Geistes wird man zum göttlichen Geist.(RAMAKRISCHNA (1836-1886)
Chakras: geistige Energiezentren im Menschen. Über die 9 Chakras (Scheitel-Chakra,
Geistiges Auge, Nacken-, Hals-, Herz-, Milz-Chakra, Sonnengeflecht, Sexual- und Wurzel-Chakra) nimmt der Mensch die ätherische Energie auf, die er zu seiner Erhaltung braucht.
Durch rechte Disziplin und geeignete Meditationsübungen kann der Mystiker seine Chakras für kosmische Informationen öffnen. Ein Hellsichtiger nimmt die Chakras wie kreisende Scheiben wahr.(DASKALOS, 1992)
Chiromantie (gr.): Handlesekunst; die Fähigkeit, Charakter und Zukunft eines Menschen aus dessen Handlinien zu lesen.
Christus: 1. Inkarnation Gottes auf Erden, der durch die Taufe im Jordan von Jesus zu
Christus wurde. Laut medialer Auskunft eines hochstehenden Geistes der Wahrheit an den Spiritisten JOHANNES GREBER (1874-1944) ist Christus der als Erster geschaffene
Sohn Gottes. Der zweite Sohn Gottes ist Luzifer (Lichtträger). 2. Aus theosophischer Sicht i.e.S. ein Initiierter des “7. Grades und der Weltlehrer unserer 5. Wurzelrasse”. Er
gründete außer den anderen Religionen seiner Amtszeit, durch seinen Schüler Jesus das Christentum. Die Buddhisten verehren ihn als den kommenden Buddha, den “Lord Maitreya”.
Determinismus
(lat.): philosophische Lehre von der Vorherbestimmung aller Ereignisse, wonach keine Willensfreiheit beim Menschen existiert.
Deva (Sanskrit): Namensbezeichnung für sämtliche Engel und Naturgeister im Universum
, vom Erzengel bis zum Gnom. Sie sind eine ParallelHierarchie zur Menschheit und nehmen keine leiblichen Körper an.
Devachan (Sanskrit): Das der Astralwelt folgende freudenvolle Leben im Jenseits dauert
jahrhundertelang und ist einem seligen Ausruhen und der Verarbeitung der irdischen Erfahrungen gewidmet. Die Seele bereitet sich dort auf ihre nächste Inkarnation vor.
Dualismus: philosophische Lehre, wonach Geist und Materie unabhängig voneinander
existieren und eines nicht auf das andere zurückgeführt werden kann (s. auch Materialismus).
Einheit mit Gott : Aufgehen alles Seelischen in Gott (Unio mystica). In der (göttlichen)
Einheit hört alle Sehnsucht, alles Wollen und Streben, alle Bewegung auf. Altes Paradoxon, wonach man nur im “Nichts” (indisch: Nirvana) die Erlösung finden kann.(DETHLEFSEN,T. 1992: 11)
Einheit: 1. metaphysische Wirklichkeit, die hinter der Welt der materiellen Erscheinungsformen steht. 2. Synonym für Gott oder Logos.
Einweihung, Initiation: 1. die “Kleineren Mysterien” in der Antike. 2. die “Größeren
Mysterien” auf dem uralten Pfad zur Vollkommenheit. Sie beinhaltet eine mächtige Bewußtseinsausdehnung.
Energie: Fähigkeit oder Kraft, eine Wirkung hervorzubringen. In der Physik ist E. die
Eigenschaft eines Systems, die das Maß seiner Fähigkeit, Arbeit zu verrichten, angibt. Energie kann potentiell oder kinetisch sein, und sie nimmt die verschiedensten Formen an:
elektrische, thermische, chemische E., Kernenergie, Strahlungsenergie, mechanische E. und geistige E.
Entelechie: Gottesfunke unseres Geistes.(SCHULT,A. 1986) In der aristotelischen
Philosophie das Lebensprinzip, gleichgesetzt mit der Seele (oder Psyche im altgriechischen Sinn des Wortes). Die E. ist sowohl die formative als auch die finale oder ZweckUrsache
eines lebendigen Organismus: Allem Lebendigen wohnt ein Lebenszweck inne. Gottesstrahl, der bestrebt ist, sich durch Inkarnationen vom Unbewußten zur Bewußten zu entwickeln.
Entwicklung : Fähigkeit, alle noch so kleinen Erkenntnisse sofort in die Wirklichkeit
umsetzen. Ständig sein eigenes Leben ändern, immer anders werden, immer neu sein.
Epiphanie: Strahlenaura Gottes. Gottes weißes Licht spaltet sich in die 7 Farbendes Regenbogens auf.(SCHULT,A. 1986)
Epos (gr.): “Wort”; aus Totenklagen und Heldenliedern entstandene Dichtungen, die
mythische Gestalten und Helden im Bewußtsein des Volkes festhielten. Aus mehreren Heroen-Liedern entstand das Volksepos (z.B. Ilias, Odyssee, Nibelungensage). Später dann abgelöst durch den Roman.
Erbsünde: abtrünniger Seelenzustand, der zur individuellen Erkenntnis und damit zur
(irdischen) Polarität geführt hat; Gegensatz: Einheit mit Gott.
Esoterik , esoterisch: von griechisch “esotericos”, innen, innerlich, verborgen.
(Gegensatz: Exoterik, griech. “exotericos”, öffentlich, allgemein zugänglich). Lehre von den schwer begreifbaren, göttlichen Wahrheiten. Ein nach innen gerichtetes Wissen,
welches das enthält, worauf es im Leben wirklich ankommt. Esoterik ist keine herkömmliche, sogenannte “objektive” Wissenschaft, sondern dient der Vermittlung
subjektiver Erfahrungen. Diese sind nicht meßbar und die Erlebnisse können nicht ohne weiteres auf andere Menschen übertragen oder allgemein nachvollziehbar gemacht
werden.(LEUENBERGER,H-D. 1989: 17) Als esoterisch gilt z.B. der allen Religionen gemeinsame Wesenskern, der meist durch verweltlichte Gottesdienstformen und Glaubenssätze verschüttet wurde.(PASSIAN,R. 1985) (LEUENBERGER,H-D. 1989: 22)
Essäer, Essener: Gemeinschaft jüdischer Mystiker am Toten Meer. Sie existierte schon
sehr lange vor Jesus, waren Vegetarier und pflegten buddhistische Ideale.
Evolution (lat.): Entwicklung, Entfaltung. “Evolution” wird oft für die körperliche und
“Entwicklung” für die geistige Entfaltung benutzt. Entfaltung des Geistes in der stofflichen Welt.(SCHULT,A. 1986: 66)
Ewigkeit: im metaphysischen Sinn: Zeitlosigkeit; nicht etwa eine unendliche Aneinanderreihung von Jahrmilliarden.(DETHLEFSEN,T. 1992: 16)
Exoterik, exoterisch:von griechisch “exotericos”, öffentlich, allgemein zugänglich.
Aussagen zu allgemein verständlichen, weltlichen Dingen; Volkstümliches, Öffentliches. Gegensatz: Esoterik (von griech. “esotericos”, innen, innerlich, verborgen.
Fatum (lat.),Kismet: Im Islam das unabänderlich vorherbestimmte Geschick (Schicksal)
Fegefeuer: auch Läuterungszustand oder Purgatorium genannt ist die jenseitige
Übergangszeit des Ausreifens und Ausleidens irdischer Fehler und Vergehen. Diesem Zustand der seelischen Klärung, Läuterung und Erneuerung kann sich kein Wesen entziehen. (s. auch Devachan)(SCHMIDT,K.O. 1973: 162)
Freimaurer: Angehörige der Freimaurer-Bruderschaft, die als der letzte echter
Mysterienbund Euopas aus den mittelalterlichen Dombauhütten entstand (daher der Name “Maurer”). Im Jahre 1717 wurden in London, 1737 dann in Deutschand die ersten Bünde
als “F.-Logen” bildete. Sie vereinigt ohne Ansehen der Religion, Rasse, des Standes und der Staatszugehörigkeit Männer, die sich “Brüder” nennen. Diese streben durch
ehrwürdige, rituelle Handlungen eine geistge Vertiefung, sittliche Veredelung und die Pflege echter Menschlichkeit an. Die Gliederung erfolgt in Logen und Großlogen, letztere
innerhalb der staatlichen Grenzen. Gesamtmitgliederzahl ca. 5,5 Mio., davon in den USA allein ca. 4 Mio. Obwohl die Freimaurerei keine geheime Verbindung ist, wurde sie im
nationalsozialistischen Deutschland unter Adolf Hitler, wie im Übrigen auch die Astrologie, verboten.
Friedhofsgespenst: der über frischen Gräbern schwebende Ätherleib eines Verstorbenen
, welcher sich langsam auflöst und daher zuweilen mit fehlenden Gliedern gesehen wird.
Furien (lat.): Rachegöttinen. Das gleiche wie die griechischen Erinnyen, die mit Flügeln, Schlangenhaar und Fackeln ausgestattet sind.
Gedächtnis: Fähigkeit des Erinnerns und Wiedererkennens. Für das mechanistische
Denken beruht das Gedächtnis von Mensch und Tier auf materiellen Erinnerungsspuren im Nervensystem. Die Hypothese der Formenbildungsursachen sagt demgegenüber, daß
das Gedächtnis, und zwar sowohl mit seinen bewußten als auch mit seinen unbewußten Inhalten, auf “morphische Resonanz” zurückzuführen ist.
Gedankenformen: durch Denkkraft erschaffene Astral und Mentalgebilde.
Geheimlehre: 1. das esoterische Urwissen allgemein. 2. der Titel des theosophischen Grundlagenwerkes der Mystikerin H.P. Blavatsky.
Geist: z.E. unpersönliches Prinzip (Geist der Wahrheit, eines musischen Werkes, einer
Zeitepoche), z.A. aber auch individueller ich-bewußter Geist im Sinne einer Wesenheit wie der Mensch. Der Mensch gehört zur Ordnung des Geistes und der Geister.(PASSIAN,R.
1985: 11) Laut hermetischer Philosophie ist Geist gleichbedeutend mit “Leben”. Geist ist im Gegensatz zum Seelenbewußtsein unpersönlich und anonym. Das materialistische
Denken führt den Geist auf das physikalische Geschehen im Gehirn zurück. Die Tiefenpsychologie zeigt auf, daß der “bewußte” Geist mit einer viel tieferen und breiteren
mentalen Ebene, dem “Unbewußten”, verbunden ist. Nach Jungs Auffassung gibt es nicht nur ein individuelles, sondern auch ein kollektives Unbewußtes.
Gelehrter: nach Definition der östlichen Theosophie ist ein Gelehrter imstande, das
Wirkliche vom Unwirklichen zu unterscheiden. Er besitzt also esoterische Erkenntnisfähigkeit. Nur jener der Lehrer, der seinen Auftrag von Gott empfangen hat,
kann andere richtig unterweisen und ist ein “Gelehrter”.(RAMAKRISCHNA (1836-1886)
Giordano Bruno: Italienischer Renaissance-Philosoph (1548-1600). Erweiterte die Lehre
des Kopernikus vom heliozentrischen Weltsystem und lehrte die Unendlichkeit und Einheit des beseelten Universums. Wurde als Ketzer verbrannt.
Glaube: Glauben heißt, etwas grundsätzlich für möglich halten. Auch für völlig
Ungewohntes oder Unübliches aufgeschlossen oder empfänglich sein. Echter Glaube ist die Daseinserfahrung durch überlogisches, intuitives Erfassen göttlicher Wirklichkeit.
Glaubenschaft: hier erstmalig vorgestellter gleichrangiger, aber polarer Begriff zu
Wissenschaft, welche “Wissen schafft”. Glaubenschaft schafft oder erzeugt “Glauben” durch die Beschäftigung mit Esoterik, Metaphysik, Mystik und Religion.
Glück: zu wissen, daß man andere glücklich macht, das ist Glück.(BERGER,K. 1995: 116)
Gnade: stammt von dem altdeutschen Wort “Genahde” ab, das soviel heißt wie sich
neigen, herablassen, sich nahend. In religiösem Sinn: 1. Gott naht sich dem Menschen.(PASSIAN,R. 1985: 109) 2. Religiöse Erkenntnis auf dem Weg zu Gott. Je höher die
Erkenntnis, desto verantwortlicher handelt man.(PASSIAN,R. 1985: 114)
Gnom: Erd-Naturgeist, der den Engeln der Erde untersteht.
Gnostik: von griechisch “Gnosis” = Erkenntnis. Gnostiker sind Erkennende, Auserlesene.
Theosophische Geistesrichtung, die aufgrund mystischer Erleuchtung zu Gottkenntnis und zur Erlösung führt. Metaphysischer (kosmischer und antropologischer) Dualismus, wonach
die materielle Welt vom Übel, die geistige, unsichtbare aber erstrebenswert ist. Der Geist stammt aus einer jenseitigen Welt und lebt im leiblichen Körper in Sehnsucht nach seiner Erlösung. Diese erfolgt durch Erkenntnis (Gnosis).
Gnostiker (gr.): Anhänger der Gnosis, einer im Urchristentum gelehrten Form der
“Göttlichen Weisheit”. Nachfolger der jüdischen Essäer. Vertreter: Valentinus, Basilides und Simon Magus. Die G. wurden 500 n. Chr. als Häretiker aus der Kirche verbannt.
Damit verschwand auch das Reinkarnations und Karmawissen im Christentum.
Gott, Logos:der Urgrund alles Seins. Allumfassende Einheit, außerhalb derer nichts stehen
kann. Einheit, welche alle Polarität ungeschieden in sich vereinigt, auch Gut und Böse. Gott ist Urlicht, und Licht ist nichts anderes als Bewegung. Das Stoffliche Gottes ist das
Urlicht, ein Licht, das durch die Bewegung des Urlebens erzeugt wird. Alles Leben äußert sich durch Bewegung; ohne diese tritt Stillstand ein, in dem keine Schaffungs- oder
Bildungsfähigkeit mehr liegt.(EMANUEL (1890-1897: 31) Alle Dinge sind Teile Gottes. Gott aber ist das Ganze. Wie Gott keinen Anfang und kein Ende kennt, so kennt auch die
Ewigkeit keinen Anfang und kein Ende.(SCHULT,A. 1986: (150) Gott ist das Leben innerhalb des Universums.(YOTT,D. 1994) Jeder Mensch enthält einen Gottesfunken und
wird damit zum “Mikrologos”.(BE, 31) (SCHULT,A. 1986) (DETHLEFSEN,T. 1992: 67)
Götter, Götter (als Mehrzahl des einen Gottes) sind personifizierte Naturkräfte oder
personifizierte kosmische Energien wie etwa Planetenkräfte.(LEUENBERGER,H-D. 1989: 56)
Gottesfunke : ein am Urbeginn der Welt ausgesandter Gottesstrahl, der das Universum und alle Materie durchdringt. Er wird bei Leibniz und Goethe Monade genannt.
Gral (der): Wundertätige Schale, in der Joseph von Arimathia Jesu Blut auffing; von
sogenannten Gralsrittern auf dem Berg Montsalvat bewahrt. Die Gralssage wurde von W. v. Eschenbach und Richard Wagner behandelt.
Gruppenseele: Gemeinsame Seele von Pflanzen oder Tieren. Sie stellt die
Zusammenfassung aller evolutiven Erfahrungen der Lebewesen in den unteren Naturreichen dar. Je höher die Tierart entwickelt ist, umso weniger Individuen besitzen
eine Gruppenseele, bis nur noch ein Tier in einer G. ist, und die Menschwerdung erfolgen kann.
Gunas (Sanskrit): die drei Grundeigenschaften der Natur: Sattva, Rajas und Tamas. Sie
wirken sowohl in der materiellen Welt, als auch im menschlichen Bewußtsein
Guru (Sanskrit): Geistiger Lehrer; mit Schülerscharen umherwandernder Heiliger Mann in
asiatischen Ländern. Manche Gurus sind schon “Meister” und leben lehrend in Ashrams (Schulen). Die anderen befinden sich auf dem Weg dahin. Es besteht eine enge Beziehung zwischen dem Guru und seinen Schülern.
Hatha Yoga (Sanskrit): indisches Yoga-System, das durch Körper und Atemübungen,
sowie körperliches Kasteien und Beherrschung der Organfunktionen seelische Fähigkeiten erlangen will. Man arbeitet “von unten nach oben” statt umgekehrt.
Heilige: Heilige sind “Gottmenschen”. Sie leben in höheren Himmelhierarchien, sind aber
zugleich darauf bedacht, ihre Glückseligkeit mit inkarnierten Geistwesen teilen. Sie verzichten auf das Paradies, inkarnieren um die frohe Gottesbotschaft der sich
emporrringenden Menschheit zu verkünden und ihr den Weg zu zeigen, der zu Gott führt.(RAMAKRISCHNA (1836-1886)
Heiliger Geist : der dynamische Aspekt Gottes (des Logos). Das unpersönliche
Überbewußtsein, das der Macht des Absoluten Ausdruck gibt und die Erschaffung des Universums ermöglicht.(DASKALOS, 1992)
Heiliger Pfad : spirituell-geistiger Höhenweg, der durch strikte Befolgung einer
bestimmten Lebensdisziplin (vor allem totale Reinheit, Barmherzigkeit, Intelligenzschulung und unablässiger Dienst an den Mitgeschöpfen) zum Gipfel der Adeptschaft führt und dadurch viele Inkarnationen erspart.
Heilung: Heilung ist, wie auch Krankheit, von ihrem Wesen her ein schicksalhaftes
Ereignis das wir nicht eigenmächtig erzwingen können. Nur wenn es dem Kranken bestimmt ist, wieder gesund zu werden, und wenn die entscheidenden Faktoren: Zeitpunkt,
seelische Verfassung, Heiler und Medizin in idealer Weise zusammenwirken, kann Heilung geschehen.(BLOME,G. 1992)
Hermes (gr.), Merkur (lat.): mythologisch ein jugendlicher “Gott” als “Bote der Götter”
genannt. Er wird fälschlicherweise mit dem ägyptischen “Thot” oder “Hermes Trismegistos” gleichgesetzt.
Hermes Trismegistos , Thot: altägyptischer Adept, der als großer Gott der Weisheit verehrt wurde.
hermetisch: verborgen, unsichtbar
Heroen (gr.): Halbgötter, heldenhafte Menschen. Einzahl: Heros.
Höherer Okkultismus: spirituelle Seite der Theosophie. Seine Schüler wenden die, von
den Adepten erlernten übersinnlichen Fähigkeiten nur zum Segen der Welt an.
Höheres Selbst : Die unsterbliche Menschenseele. Als Die Höhere Dreiheit: Atma,
Buddhi und Höherer Manas. Manchmal wird nur Atma als das Höhere Selbst bezeichnet.
Holismus: Die Lehre, daß das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile (vgl. Reduktionismus).
Hölle: die polar-entgegengesetzte Bewußtseinsebene zum Himmel.(SCHMIDT,K.O.
1973: 164) Das Wort kommt von “Hel”, der Göttin des Totenreichs, und meint ursprünglich nicht nur das den Sinnen “Verhehlte”, Verhüllte, Verborgene und (für die
Bösen) Unheimliche, sondern auch (für die Guten) das heimlich-Heimelige und Bergende. Analog zu den Höhlen als Behausung der Menschen als Orte des Schutzes und der Geborgenheit.
Indeterminismus (lat.): philosophische Lehre, die jeden Einfluß äußerer Ursachen auf
die freie Willensentscheidung des Menschen verneint.
Individualisierung (lat.): Geburt des “Höheren Selbst” mit Beendigung des tierischen
Gruppenseelen-Daseins. Menschwerdung eines hochentwickelten (Haus-) Tieres.
Induktion (lat.): philosophische Lehre, wonach alles Allgemeingültig vom Einzelnen
abgeleitet werden kann. Theosophie und idealistische Philosophien bekennen sich zur Deduktion.
Initiation: Einweihung im Sinne von geistigem Neuanfang bzw. Zuwachs von Erkenntnis.(LEUENBERGER,H-D. 1989)
Inspiration (lat.): Anregung, höhere Eingebung. Mediales und bildhaftes ‘Erfühlen’
spiritueller und jenseitiger Wahrheiten. Sie ist eine Stufe höher als die Intuition. Die Inspiration gehört der geistig-spirituellen Welt an, die Intuition aber der geistig
-intellektuellen.(HÜRLIMANN,G. 1993) Im theosophischen Sinne bedeutet Inspiration, daß höhere Engel- oder Menschenwesen mystisch tätigen Menschen neue geniale Ideen vermitteln.
Interaktionismus: Eine Form des Dualismus, gemäß der es Wechselwirkungen
zwischen Geist und Materie geben kann: Mentale Ereignisse können Ursache für physikalische Ereignisse werden und umgekehrt.
Intuition: Eingebung, ahnendes Erfassen als eine höhere Stufe des Intellekts. Blitzartige
Erkenntnis aufgrund ernsthaft verarbeiteter Sachverhalte. Die Intuition gehört im Gegensatz zur Inspiration der geistig-intellektuellen Welt an.(HÜRLIMANN,G. 1993) Es
sind Gefühle und Gedanken, die zu einer bestimmten Erkenntnis, Einstellung oder Handlung führen. Je häufiger man Intuitionen beachtet, umso deutlicher wird sie vernehmbar, desto präzisere Hinweise gibt sie.
Involution (lat.): Einwickeln, Einhüllen; z.B. beim “Abstieg” der Gottesfunken in eine
neue Inkarnation bedeutet die Involution die Verwicklung der Seele in die Versuchungen der satanisch-materiellen Welt. An einem gewissen Punkt (z.B. in Lebensmitte) wendet sich der Lauf, und die Evolution (Entwicklung) beginnt.
Isis (ägypt.): der weibliche Aspekt (Gemahlin) des Sonnengottes Osiris in Altägypten,
auch Himmelskönigin genannt. Die zweite Person der ägypt. Dreieinigkeit und Mutter des Horus. Esoterisch: die damalige Personifikation des weiblichen Gottesaspektes.
Islam: Die vom Propheten Mohammed für die arabische Welt gegründete jüngste der Weltreligionen.
Jamblichus: großer Lehrer aus der “Neuplatonischen Schule”. Er wirkte stark durch Theurgie , eine weißmagische Methode des Umgangs mit hohen Engeln.
Jüngster Tag: Ende des Rades von Inkarnationen. “Wenn du den Leib verlassen und in
das Reich der Geister eintreten wirst, dann wird das dein Jüngster Tag sein, und Ich werde dich aus dem Gericht der Materie erlösen. Dies ist das Erwecken am ‘Jüngsten Tage’“ (Himmlischer Vater: Gr. Ev. Johannes Bd. 8,187).
kanonisch (lat.): jene Bücher und Evangelien des Neuen Testamentes, die als inspiriert
gelten und deshalb in die Bibel aufgenommen wurden. Gegensatz: apokryphisch.
KarmaYoga (Sanskrit): Teil des RajaYoga, der hauptsächlich durch praktische Hilfstätigkeit die göttliche Vereinigung erreichen will.
Karma: (Sanskrit) von “kri” abgeleitet, was “tun” der “handeln” bedeutet. Siehe auch
lateinisch: “creare” = hervorbringen. Danach bedeutet K. “Handlung”, “Tat” oder ”Werk”.(LEUENBERGER,H-D. 1989) K. meint den Zusammenhang zwischen Taten der
Vergangenheit und dem aktuellen Schicksalsverlauf und zwar als Frucht oder Folge des Tuns (oder Unterlassens). Wird Karma negativ empfunden, so ist es gleichbedeutend mit “Bringschuld” aus dem vergangenen Leben.
Kausalkörper: der höhere Mentalkörper und Träger des unsterblichen menschlichen
Bewußtseins. Er hat 3 Funktionen: 1. Sitz des Höheren Selbstes (Seele), 2. Träger des abstrakten Denkvermögens, 3. Speicherort für alle Handlungen und Werke im Laufe der
Inkarnationen, die dann über das Karma das spätere Schicksal bestimmen. Hellsichtige Menschen erkennen an Umfang und Farben des Kausalkörpers die Entwicklungsstufe einer Menschenseele.
Kausalwelt : beständige Heimat und Wohnort aller menschlicher Seelen, ob sie sich
gerade in einer Verkörperung befinden oder nicht. Auch “Höherer Himmel” oder Devachan genannt. Das der Astralwelt folgende Seelenleben im Jenseits dauert nach
irdischer Zeitmessung jahrhundertelang und ist einem seligen Ausruhen und der Verarbeitung der irdischen Erfahrungen gewidmet. Die Seele bereitet sich von dort aus auf ihre nächste Inkarnation vor.
Kontemplation (lat.): höhere Stufe der Meditation: die vollständige, andachtsvolle Versenkung in einen göttlichen Gegenstand.
Konzil zu Konstantinopel: 500 n. Chr. wurde durch Mehrheitsbeschluß das
Reinkarnation und Karmawissen aus der Kirchenlehre entfernt und der Kirchenbann auf deren Vertreter (Gnostiker) ausgesprochen.
Kosmischer UrLogos: Bezeichnung für “Gott” schlechthin. Aktivschöpferischer Aspekt
des “Absoluten” oder “Brahman”, der nach einer universalen WeltenNacht immer wieder das Universum neu ins Leben ruft. Ihm allein gebührt der Name “Gott”, weil alle Wesen (auch die Logoi) seine Geschöpfe sind.
Kosmologie (gr.): Lehre vom Aufbau und der geregelten Ordnung im Kosmos
(Universum). Teil der Metaphysik, der Naturphilosophie und Astrosophie.
Kosmosophie, Astrosophie: philosophischer Hintergrund der esoterischen Astrologie.
Eine im kosmischen Gesetz verankerte Sittenlehre der alten Kulturen Ägyptens, Sumer-Babylons, Chinas und Indiens. Eine Ehrfurcht gebietende, geistig orientierte Sternen- und Sonnenreligion.(SCHULT,A. 1986: 71)
Krankheit: es gibt im esoterischen Sinne keine Krankheiten, sondern nur kranke
Menschen! Krankheit ist weder Grausamkeit noch Strafe, sondern stellt nur ein Korrektiv dar. Ein Werkzeug, dessen sich unsere Seele bedient, um uns auf unsere Fehler
hinzuweisen, um uns vor größeren Irrtümern zurückzuhalten; um uns daran zu hindern, mehr seelischen Schaden (Rückentwicklung) anzurichten. Die K. hat das Ziel, uns auf den
Weg der Wahrheit und des Lichts zurückzubringen, von dem wir nie hätten abkommen sollen.(Edward Bach, zit. in SCHEFFER,M. 1994)
Kundalini (das): die feurige Schöpferkraft in Sonne, Planeten und Wesen, auch
Schlangenfeuer genannt. “Schlafend” ist sie das sanft-belebende “Nervenfluid”. In einem hochstrebenden Menschen “erweckt”, öffnet es die Chakras zu Erlangung höherokkulter Fähigkeiten.
Leben: Leben besteht aus Rhythmus. Rhythmus besteht immer aus zwei Polen und hat
demnach stets “Sowohl-als-auch”-, niemals “Entweder-Oder”-Chrakter.
Leib des Mikrokosmos: ein myriadenfach verschlungenes Sternengespinst, dessen Atom-
und Elektronenfäden durch das, was wir Seele nennen, zu einem lebendigen Ganzen vereinigt werden. Wie die Atome unseres Körpers nichts von dem Geistwillen wissen, der
ihre Bahnen bestimmt, so ahnen analog auch die Milchstraßen und Sterneninseln des Kosmos nichts von dem Allwillen, der ihre Wege ordnet.(SCHMIDT,K.O. 1936)
Logos: Synonym für Gott, Einheit, Weltenschöpfer
Luzifer: (lat.) Lichtträger. Finsternis oder Dunkelheit ist nach dem Polaritätsgesetz der
Träger (Dünger) des Lichts. Nach medialer Aussage eines hohen Geistes der Wahrheit an den Spiritisten JOHANNES GREBER (1874-1944) ist L. nach Christus der zweite Sohn
Gottes. Luzifer (Satan, Teufel) verschwindet zwangsläufig, wenn einmal die irdische Polarität aufgehoben sein wird. Analogie: Wenn Licht und Dunkelheit zusammentreffen, dann siegt immer das Licht
Magie (gr.): gegliedert in die sogenannte “weiße” und die “schwarze” Magie. Erstere
(auch “Theurgie” genannt, wird im höheren Okkultismus verwendet, als Anrufung hoher Engel, dem Magier zu segensreichen Vorhaben Beistand zu leisten. Letztere jedoch
bedient sich gewaltsam der Hilfe niederer Naturgeister zu egoistischen, menschenschädlichen Zwecken. Magie ist mit dem Wort “machen” verwandt. Dies wiederum kommt von “mag” = “kneten”.(LEUENBERGER,H-D. 1989) Vorgehensweise,
die mit Hilfe des bewußten Willens Veränderungen in der Umwelt bewirken kann. (LEUENBERGER,H-D. 1989)
Magnum Opus (lat.): Das Große Werk. In der Alchemie die Herstellung des “Steins der
Weisen” und des “Lebenselixiers”. Mystischsymbolisch bedeutet es die Gewinnung höchster geistiger Vollkommenheit.
Mandala: Symbol der Individuation als Entwicklung der Einzelseele (Vereinzelung).(JUNG,C.G. 1954: 47)
Mantik: Seher- und Wahrsagekunst
MantraYoga: eine Yogaform, die durch stetes Wiederholen bestimmter Worte, Sätze
oder Gebete wirkt. Beispiele sind: der katholische Rosenkranz oder das buddhistische “Om mani padme hum”.
Materialismus: Die Lehre, daß alles Existierende entweder Materie selbst ist, oder vollständig von Materie abhängig ist.
Materie: Stoff, als traditioneller Gegenbegriff zu Form oder Geist. Im philosophischen
Materialismus ist Materie die Substanz und Basis aller Wirklichkeit und wird im allgemeinen atomistisch aufgefaßt. In der Newtonschen Physik steht Materie, die durch
Masse und Ausdehnung gekennzeichnet ist, im Gegensatz zur Energie. Nach der Relativitätstheorie sind Masse und Energie ineinander überführbar, und materielle Systeme
werden jetzt als Formen von Energie angesehen. In der Quantenphysik: verdichteter Geist, gefrorenes Licht, Manifestation von Ideen. Max Planck bezeichnet die Materie als
“geballtes Licht” und umgekehrt das Licht als “zerstrahlte Materie”.(SCHULT,A. 1986: 22)
Maya (Sanskrit): Illusion, Täuschung. Die HinduPhilosophie des Vedanta bezeichnet alles,
was der Veränderung durch Tod und Neugeburt unterliegt – also das gesamte Universum – als Maya. Als real gilt ihr nur das Ewige, Unvergängliche.
Meditation: andächtiges Nachdenken, Alleinsein im Gebet. Die Steigerung ist Kontemplation: Sich tief in Gott versenken.(RAMAKRISCHNA (1836-1886)
Meister der Weisheit: besondere Adepten oder vollkommene Menschen, die sich
freiwillig auf Erden verkörpern, um ihren “jüngeren Brüdern” beizustehen (Heilige).
Mensch: Wesen aus Körper, Seele und Geist.(Neues Testament 1. Thess. 5,23;
PASSIAN,R. 1985: 11) Diese Dreieinigkeit entstammt verschiedenen Welten: der Körper der materiellen, die Gefühle (Seele) der astralen und die Gedanken (Geist) der mentalen Welt.(K. SPIESBERGER in HÜRLIMANN,G. 1993) Durch Evolution des
“Gottesfunkens” dem Mineral-, Pflanzen- und Tierreich entwachsen, steht der Mensch in der Endphase der seelischer Inkarnation. In der irdischen Gemeinschaft der Mitseelen ist
der Mensch das, was er innerhalb der Grenzen seines angeborenen Schicksals – ablesbar am Geburtshoroskop – aus sich macht. Im Unterschied zu Mineralien, Pflanzen und
Tieren ist der Mensch zu Spiritualität fähig, die er über Selbsterkenntnis erlangen kann.(LEUENBERGER,H-D. 1989: 23)
Mentalkörper: nach dem Ablegen des Astralkörpers geht die Seele in einem
sogenannten “zweiten Tod” in den Mentalkörper über, der von entsprechend sensiblen Menschen als hellstrahlende Kugel wahrgenommen werden kann, die sich auf dem Kopf
des Verstorbenen zeigt. Solchen Beobachtungen liegt möglicherweise die Darstellung des “Heiligenscheins” zugrunde.(PASSIAN,R. 1985: 13)
Mentalwelt: Ort für den menschlichen Mentalkörper. Die Mentalwelt besteht aus dem
“Unteren Devachan”, worin die meisten Menschen sich nach einer kurzen Astralperiode einer langen glücklichen Ruhe erfreuen. Darauf folgt das Höhere (kausale) Devachan, oder aber die sofortige Wiedergeburt.
metaphorisch (gr.): sinnbildlich; über Symbole erklärte Begriffe
Metaphysik (gr.): die Wissenschaft (besser Glaubenschaft) von den Erscheinungen und
Vorgängen in den übersinnlichen Welten. Lehre von den Hintergründen der sichtbaren Dinge auf Erden. Der Metaphysiker schaut hinter das Physische der materiellen Welt. Er
erkennt diese als ein großer, geisterfüllter Organismus, dessen Glieder nicht zufällig entstanden, sondern zweckmäßig aufeinander abgestimmt sind und sich gegenseitig
beeinflussen. Alles, was oben geschieht, hat auf Erden seine Resonanz. Nach dem hermetischen Grundsatz “wie oben, so unten” sind Mensch und Kosmos durch kosmische Sympathie miteinander verbunden.
Monade(n) (die): die in der UrGottheit ruhenden “göttlichen Funken”, welche bei allen
Lebewesen der materiellen Welt eine stete Entwicklung erzeugen, um schließlich wieder zur göttlichen Einheit als ihrem Ausgangspunkt zurückzukehren. Bei Leibnitz die letzten, in
sich geschlossenen, vollendeten, einheitlichen Wesen, aus denen die Weltsubstanz besteht.
Monotheismus (gr.): die Verehrung eines einzigen persönlichen Gottes (im Christentum, Judentum und Islam).
mundan (lat.): die Welt betreffend. Als “Anima mundi” die Weltseele der Mundan-Astrologie; das Horoskop der Welt (Erde) betreffend.
Mutation: Eine plötzliche Veränderung. Mutationen sind am Phänotyp von Organismen
zu erkennen und im allgemeinen auf Veränderungen im Erbmaterial zurückzuführen. Heute sind mit dem Begriff meist Zufallsänderungen in den Genen gemeint.
Mysterienschulen : Einrichtungen, die im Altertum Teile des Urwissens (Mysterien)
lehrten. Vor allem in Ägypten, Griechenland, Persien, Assyrien. Niedere M. in Form von dramatischen Ritualen eher exoterisch. Höhere M. rein esoterisch auf philosophische
Erkenntnis begrenzt. Christliche Mysterien, dienten der esoterischen Erläuterung der Lehren Jesu; sie wurden von Gnostikern für wenige, sehr ernste JesusNachfolger gelehrt. Bestanden wegen amtskirchlicher Verfolgung nur kurze Zeit.
Mysterium: Geheimnis oder Unerkanntes. Theosophisch: Gipfelpunkt eines höheren Mysterienspiels, das zur “mystischen Wiedergeburt” führte.
Mystik: Philosophie der göttlichen Dinge.(SCHULT,A. 1986) Mystiker sind geistig
Strebende und Erforscher der göttlichen Wahrheiten, meist mit medialen Fähigkeiten.(DASKALOS 1992) Das Wort Mystik hat seine Wurzeln im Griechischen “myein”, und
heißt “die Augen schließen”. Die Augen schließen bedeutet in diesem Fall, sich von den äußeren Eindrücken abzuschotten, sich von der Außenwelt abzugrenzen. Der Mystiker
weiß, daß die materielle und die geistig-göttliche Ebene unvereinbare Gegensätze sind. Gegensätze nicht im Sinne von polar, sondern von dual.(LEUENBERGER,H-D. 1989)
Mythos, Mythen : Sage und Dichtung von Helden, Göttern und Geistern der Urzeit eines
Volkes. Legendär gewordene Gestalt oder Begebenheit, der man großer Verehrung entgegenbringt.(LEUENBERGER,H-D. 1989)
Natur: Traditionell als “Mutter Natur” personifiziert. Die schöpferische und steuernde
Kraft in der materiellen Welt und unmittelbare Ursache aller Phänomene dieser Welt. Wesen der Dinge im Sinne der Ganzheit ihrer Eigenschaften, die ihnen ihren
unverwechselbaren Charakter verleiht. Innere Kraft, der innere Impuls, der die Aktivitäten der Lebewesen ausrichtet und lenkt. Nach der herkömmlichen Auffassung der
Naturwissenschaft besteht die Natur aus Materie, Feldern und Energie und wird von – meist als ewig erachteten – Naturgesetzen regiert.
Neodarwinismus: Die moderne Version der Darwinschen Theorie der Evolution durch
natürliche Auslese; es wird hier jedoch die Möglichkeit der Lamarckschen Vererbung ausgeschlossen. Vererbung beruht danach allein auf der Weitergabe von Genen nach den
Regeln der Mendelschen Vererbung. Genmutation ist zufällig, und das Mengenverhältnis, in dem alternative Gene (Allele) innerhalb einer Population zueinander stehen, wird durch
natürliche Auslese beeinflußt. In der extremsten Form sieht der Neodarwinismus in der Evolution nicht mehr als Veränderungen von Genhäufigkeiten innerhalb von Populationen.
Neuplatonismus (gr.): esoterisches Lehrsystem, das ähnliche Ziele verfolgte wie die
theosophische Bewegung. Gründer: Ammonius Saccas im 3. Jahrhundert v. Chr. Seine größten Nachfolger waren Plotin, Porphyrius und Jamblichus. Der N. suchte die Lehren des Platon mit östlicher Philosophie zu verbinden.
Nirvana oder Atma, (Sanskrit): wörtlich “auslöschen”, “aushauchen”, “verwehen”.
Hinduistisch: höchste Erkenntnis; buddhistisch: das Aufgehen der Einzelseele in der göttlichen Einheit, Befreiung vom Karma-Gesetz, Ende der Kette der Inkarnationen.
“Nirwana” bedeutet so viel wie “Nichts” (wörtlich: verlöschen).(DETHLEFSEN,T. 1992: 11) Also: Einheit mit Gott. In der Einheit hört alle Sehnsucht, alles Wollen und Streben, alle
Bewegung auf - denn es gibt kein Außen mehr, nach dem man sich sehnen könnte. Paradoxon, wonach man nur im “Nichts” die Erlösung finden kann.(DETHLEFSEN,T. 1992: 11) Man kann auch sagen: das letzte Verlöschen aller egozentrischen,
niederpersönlichen Begierden des Menschen. Zustand der höchsten Macht, Freiheit und Glückseligkeit eines Adepten vor der Wiedervereinigung mit Gott. Im Christentum analog: Jüngster Tag.
Noetische Welt: die fünfte Dimension. In der noetischen Welt (Geisterwelt) sind Zeit und
Raum überwunden. Eine Seele, die in der noetischen Welt lebt, kann augenblicklich über jede Entfernung in Raum und Zeit reisen. (s. auch Astral-, Mental- und Kausalwelt)(DASKALOS, 1992)
Okkultismus (lat.): Bezeichnung für sog. “Grenzwissenschaften”, die sich mit den
unerkärlichen, verborgenen und nicht wissenschaftlich erklärbaren Erscheinungen der Natur und des Seelenlebens befassen. Dies gilt vor allem für die rätselhaften Leib-Seele
-Fähigkeiten: Telepathie, Psychokinese, Hellsehen, Materialisation und Spuk. Erforschung des Okkulten durch die Parapsychologie. Höherer O. ist identisch mit Theosophie und
Metaphysik. Niederer O. ist eher exoterischer Natur, weil nur Teilgebiete erfassend und besteht aus Kartenlegen, Tarot, Handliniendeuten, Pendeln, Wünschelrutengang u.ä.
Organizismus: Eine Form des Holismus, nach der die Welt auf allen Ebenen aus
Organismen (Holons, morphischen Einheiten) besteht. Organismen sind Ganzheiten, die aus Teilen bestehen, welche selbst wieder Organismen sind usw.; sie sind zu geschachtelten
Hierarchien organisiert. Die Teile eines Organismus können nur anhand ihres Wirkens und ihrer Funktionen im bestehenden Ganzen verstanden werden. “Organismen” in diesem
Sinne sind: Atome, Moleküle, Kristalle, Zellen, Gewebe, Organe, Pflanzen und Tiere, Gesellschaften, Kulturen, Ökosysteme, Planeten, Planetensysteme und Galaxien. Der
ganze Kosmos wird hier als Organismus aufgefaßt und nicht als Maschine (vgl. mechanistische Theorie).
Osiris: 1. der männliche Aspekt der AltÄgyptischen Dreieinigkeit (Sonnengott). 2. Das
Göttliche Prinzip im Menschen (ChristusPrinzip). 3. Ein fernhistorischer Avatar, der nach der Uberlieferung getötet wurde, nach 3 Tagen auferstand und zum Himmel fuhr.
Pantheismus (gr.): Philosophische Anschauung der Pantheisten, daß Gott und die Welt
eins sind. Gott ist überpersönlich und manifestiert sich in allem, was lebt. Er geht als Ganzes den Dingen voraus, diese sind nur Vereinzelungen seiner selbst. Manifestativer P.:
Gott ist das einzig wirklich Seiende; alle Dinge sind nur seine Erscheinungsformen. Immanentischer P.: Gott geht völlig in den Dingen auf. Emanatischer P.: Gott läßt die
Dinge stufenweise (evolutiv) aus sich hervorgehen. Panpsychistischer P.: Gott belebt alle Dinge als “Welt-Seele”. Evolutionistischer P.: Gott verwirklicht sich selbst durch den Werdeprozeß der Welt und gelangt so zur Selbsterkenntnis.
Paradies: Bewußtseins-Einheit ohne Polarität, und damit Einheit mit Gott (Siebenter Himmel, jenseits der Kausalwelt)
Paradigma: Beispiel, Muster. Betrachtungsweisen der Welt, die wissenschaftlich anerkannt sind.
Parapsychologie (gr.): Wissenschaft von (okkulten) Erscheinungen, die außerhalb der
bekannten Naturgesetze stehen (Telepathie, Telekinese, Psychometrie). Sie sucht diese experimentell zu erfassen. Forschungsstätten der P. gibt es schon an einzelnen Universitäten.
Persönlichkeit: im theosophischen Sinn das vergängliche Ich (Ego, Niederes Selbst)
eines Menschen mit seinem materiellen, astralen und niedermentalen Körper. Im Gegensatz zum unvergänglichen Höheren Selbst (Seele, Gottesfunke). Jeder Mensch hat
als Teil des Schöpfungsgedankens eine sterbliche Persönlichkeit, nämlich das, was er hier auf Erden darstellt und wie er auf andere wirkt. Das, was die Mitwelt nicht sieht, zeigt sich im Seelenbewußtsein und ist verborgen.
Platonismus: Die philosophische Tradition, die in der Nachfolge Platons die Existenz
eines eigenständigen Reichs der Ideen oder ewigen Formen oder Urbilder oder Essenzen postuliert, die außerhalb von Raum und Zeit existieren und unabhängig davon, ob sie in der Welt der Phänomene manifestiert sind, oder nicht.
Plotin: größter und bekanntester der NeuPlatoniker, nach dem Gründer Ammonius
Saccas. Er lehrte den reinen, echten Vedanta: das, was seinem Zeitalter entsprechend, reine Theosophie darstellt. Hauptwerk “Die Enneaden”.
Polarität: gegensätzliche oder polare Begriffe bilden zusammen eine Einheit (z.B. Leben
und Tod, Gut und Böse) und sind in ihrer Existenz voneinander abhängig. Ohne das Eine gibt es das Andere nicht. Unsere materielle-irdische Welt ist durch P. gekennzeichnet.
Polytheismus (gr.): Verehrung einer Vielzahl von kultischen, persönlich gedachten
Gottheiten. In der Antike und im Buddhismus weit verbreitet.
Prädestination: Vorherbestimmung des menschlichen Werdegangs durch Gott. Bei
Augustinus, und den Reformatoren (z.B. Zwingli) am strengsten ausgebildet.(PASSIAN,R. 1985) Deutsches Wort: Schicksal, wobei die Silbe “sal” von “Salmann” = Heilsbringer
kommt. Esoterisch: das geschickte Heil für eine zweckmäßige Weiterentwicklung der Seele.
Präformation: Theorie, daß erwachsene Organismen bereits mit allen ihren Zügen in der
befruchteten Eizelle vorgeformt sind. Die embryonale Entwicklung besteht nach dieser Anschauung lediglich in der Entfaltung oder “Entwicklung” dieser vorgeprägten Strukturen.
Problem: alles, was dem Menschen auf dieser Welt Schwierigkeiten bereitet, nennt man
“Problem”. Aus metaphysischer Sicht ist es aber lediglich der individuelle Niveau-Unterschied zwischen einer bestimmten Situation und einer momentanen Bewußtseinslage
. Das Problem soll den Menschen herausfordern, durch einen Lernschritt diese Diskrepanz zu beseitigen.
Psyche griechisches Wort für “Seele”. Die Theosophie unterscheidet: 1. die spirituelle S.
(Buddhi oder Intuition) und 2. die astrale S. (irdischpersönliche, egozentrische Gefühle und Leidenschaften). Ab einer gewissen Reifestufe gehen die Empfindungen der Astralseele in
geläutertem Zustand in die “Höhere Seele” (Gottesfunke) ein. Man nennt die beiden Teile auch “göttliche” bzw. “menschliche” Seele. – Die “Psyche” der Wissenschaften war
jedoch nie gleichbedeutend mit diesem Seelenbegriff. Sogar die moderne Psychologie kannte bis vor kurzem keine Seele. Die Psychologie erforscht zwar “das Psychische” im
Menschen, meint dabei aber nicht die Seele, sondern ein Eliminat. Dies führte zu der Behauptung, die seelische Funktion des Menschen sei ein Produkt des Gehirns und eines
intakten Nervensystems. Daraus folgerte man, daß mit dem Verlust dieser materiellen Voraussetzungen, auch die “Seele” aufhöre zu existieren.(DETHLEFSEN,T. 1979)
Psychotherapeut : Seelenarzt, der Seelenbehandler und -heiler, der die Psychotherapie (Pflege die Seele) ausübt.(DASKALOS, 1992)
Pythagoräer: Schule des griechischen Denkens, die das Universum als wesenhaft
mathematisch ansah. Die fundamentale mathematische Wirklichkeit ist Raum und Zeit überschreitend. Viele Übereinstimmungen mit dem Platonismus.
Quantentheorie: in der Atomphysik die Theorie von den Bewegungsvorgängen im
mikro-physikalischen Bereich, gekennzeichnet durch die Welleneigenschaft bewegter Korpuskel, denen bei Atomen bereits durch die Temperaturbewegung Wellenlängen von
der Größe ihrer Durchmesser zuzuordnen sind.(Die Neue Herder Bibliothek (1970), Freiburg, Basel, Wien)
Rad der Wiedergeburt: Symbolbezeichnung für die aufeinanderfolgenden
menschlichen Verkörperungen, analog einer Radspeiche, die auf eine andere folgt.
RajaYoga (Sanskrit): “Königlicher Yoga” (von Patanjali begründet). Lehre zur rascheren
Erlangung der spirituellen Geisteskräfte. Wird erzielt durch eine disziplinierte Erziehung des Mentalkörpers, um sich zu demütig-helfendem Dienst an allen Wesen zu befähigen. Auch als Theophanie zu bezeichnen.
Rajas (Sanskrit): Grundprinzip des Verlangens, der Leidenschaft und ungestümer
Tätigkeit als eine der drei Grundeigenschaften der menschlichen Natur, die in dem indischen Wort “Gunas” zusammengefaßt sind.
Reduktionismus: Die Lehre, daß komplexere Phänomene auf weniger komplexe
zurückgeführt werden können. In der Philosophie die Theorie, daß menschliches Verhalten letztlich auf das Verhalten von unbelebter Materie, die den Naturgesetzen unterliegt,
zurückführbar ist. In der Biologie der Glaube, daß alle Lebensphänomene sich chemisch oder physikalisch erklären lassen. Eng verbunden mit der mechanistischen Theorie, dem Materialismus und dem Atomismus.
Reinkarnation, Wiederverkörperung:wiederholte Verkörperung der Seele,
Seelenwanderung. Lehre vom Wieder-ins-Fleisch-Kommen einer unsterblichen Seele in irdischen Leibern zu verschiedenen Zeiten und unter selbstverursachten karmischen Bedingungen. Biblisch also nicht eine “Auferstehung” des Fleisches, sondern eine solche im Fleische! Reinkarnation ist keine Frage des Glaubens, sondern der philosophischen
Erkenntnisfähigkeit.(PASSIAN,R. 1985: 9)
Religion: (lat.) relegere = nachdenklich sein. Das Sichhinwenden des Menschen an seinen
ersten Ursprung. Beschäftigung mit jenseitigen, göttlichen Dingen. Religiös bedeutet “Leibeigenschaft” gegenüber Gott und Kompromißlosigkeit gegenüber seinem Willen.(BERGER,K. 1995: 115)
Resonanzgesetz , Empfänglichkeitsgesetz: Hinter dem sog. “Zufall” steht das
Resonanzgesetz. Auf diese Weise bekommt man jede Information oder jeden Kontakt, den die Seele zur Weiterentwicklung braucht. Man ist dann “reif” für die Information oder die Erkenntnis.(DETHLEFSEN,T. 1979)
Ritual: (lat.) feste Ordnung der Gottesdienstbräuche einer Religion (z.B. heilige Messe).
Das Wort stammt aus der indischen Sanskrit-Sprache und bedeutet Wahrheit, Recht.(LEUENBERGER,H-D. 1989) Ein Ritual ist die bewußte mikrokosmische Nachbildung
einer makrokosmischen Wirklichkeit. Die anspruchsvollste esoterische Übung ist die, wenn man das tägliche Leben zum Ritual erhebt.(DETHLEFSEN,T. 1979)
Rosenkreuzer: die Zugehörigen eines im 15. Jh. begründeten christlichmystischen
Ordens, der regel und abgabenlos wirkte. Heute die Bezeichnung für verschiedene okkulte und esoterische Gemeinschaften, die sich von den UrR. ableiteten. Die Mitglieder
erkannten sich an Geheimzeichen und waren zum Schweigen verpflichtet. Gründer ist der Mystiker Christian Rosenkreutz, der diesen Orden um 1460 gründete und esoterische Weisheit im christlichen Sinne lehrte.
Sanskrit: altindische, klassische Literatur- und Kunstsprache
Sattva (Sanskrit): Klarheit, Erkenntnis, Harmonie. Eine der drei “Gunas” oder Eigenschaften der menschlichen Natur.
Schatten: Synonym für “Fehlerhaftigkeit”, “Böses” oder “ungeliebte
Charaktereigenschaften” beim Menschen. Als “Schatten” (nach C.G. Jung) bezeichnet die esoterisch orientierte Psychologie die Summe aller abgelehnten Wirklichkeitsbereiche, die
man bei sich selbst nicht sieht oder nicht sehen will, und die einem daher unbewußt sind.(DETHLEFSEN,T. 1992: 48)
Schicksal: das Wort “Schicksal” kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet “das
geschickte Heil”, und zwar nicht für den materiellen Leib, sondern für die seelische Weiterentwicklung auf ihrem Weg hin zu Gott. “Sal” kommt von “Salmann” =
Bezeichnung für “Heilsmann”, “Heiler”. Akademisch ausgedrückt: “Spiegel des seelischen Bewußtseinszustandes” oder “Seinsgeschehen”. Fremdwort: Prädestination = göttliche
Vorherbestimmung.(PASSIAN,R. 1985) Aus astrosophischer Sicht: Wir haben nicht diesen oder jenen Charakterzug oder dieses oder jenes Schicksal, weil es unser Horoskop
etwa aufzwänge, sondern umgekehrt: weil unser Seelenbewußtsein so ist, haben wir dieses oder jenes Horoskop.(PASSIAN,R. 1985: 87)
Schizophrenie (gr.): medizinisch: Spaltungsirresein, führt zu Denkzerfall, Wahnideen,
Gefühlsverarmung und oft zu völligem Persönlichkeitswandel. Spirituell: Besessenheit einer Persönlichkeit von zwei oder mehreren Seelen (Geistern).
Schlangenfeuer (Kundalini, latente göttliche Schöpferkraft): genannt Schlangenfeuer, weil
Kundalini im noch “unerweckten” Zustand schlangenförmig zusammengerollt im Wurzelchakra am Grunde der Wirbelsäule ruht.
Scholastik : = “Schulkunst”. Mittelalterliche Philosophie, entstanden durch aristotelischen,
neuplatonischen und augustinischen Einfluß. Die Scholastiker versuchten, die Glaubenslehre der Kirche philosophisch und theologisch soweit als möglich zu
durchdringen und vom Ganzen her zu durchleuchten. Blütezeit im 13. Jh. mit Thomas von Aquin, Bonaventura (Univ. Paris). Verschiedene Schulen: Ältere Franziskanerschule,
Doninikanerschule, Jüngere Franziskanerschule. Scholastiker ist auch ein studierender PriesterKandidat.
SchöpferLogos: Gottesaspekt, der aus der Ursubstanz (Mulaprakriti) das Universum
erschafft und mit unzähligen Monaden (Gottesfunken) ausstattet, damit diese in langen Äonen der geistigen Evolution einmal seinen Status erreichen können.
Schuld: die “Schuld” des Menschen liegt darin begründet, daß seine Seele in der
materiellen Welt sich über mehrere Inkarnationen höherentwickeln muß. Dies ist die sogenannte “Erbsünde” und ist der Preis für den Erkenntnisdurst des die göttliche Einheit verlassenen Geistes. (s. auch Sünde) (DETHLEFSEN,T. 1979)
Schwarze Magier : “Brüder des Schattens”, des Satans. Sie schaffen sich durch
übermenschliche Denk und Willenskraft und Kenntnis der Naturgesetze ein jahrhundertelanges irdisches Leben. Die meisten werden so entgeistigt, daß sie die
Bestrebungen der selbstlosen “Weißen Magier” hassen, und in moralischen Verfallszeiten von Nationen unzählige unwissende Opfer zur Ausführung ihrer verderblichen Absichten benutzen.
Schwermut: nach Romano Guardini die Beunruhigung des Menschen durch die
Nachbarschaft des Ewigen.(GUARDINI,R. 1983) Man kann auch sagen: Schwermut ist die Geburt des Ewigen im Menschen, nämlich wenn das traurige Gemüt der Seele sich auf
Gottsuche begibt. Im positiven Sinn Auslöser der Gotterkenntnis, im negativen: Tendenz zum Freitod.
Sechster und Siebenter Sinn: die noch größtenteils latenten (psychischen) Fähigkeiten,
die in kommenden Menschengeschlechtern infolge einer Kundalini-Erweckung entstehen werden: z.B. Hellsehen, Telepathie, Zukunftsschau, Hellhören und damit Eigenschaften
des astrologischen Fische-Prinzips. Organ: Zirbeldrüse und Hypophyse im Gehirn.
Seele: jener Teil von uns, der qualitativ identisch mit Gott ist. Die Seele ist unser göttlicher
Wesenskern, unveränderlich und ewig.(DASKALOS, 1992) Nach Aristoteles stellt sie das belebende und organisierende Prinzip dar, wogegen der menschliche Geist der bewegende
Motor ist. Die (feinstoffliche) Seele ist Bindeglied zwischen Geist (Ich-Bewußtsein) und Körper (physicher Leib). Sie ist nicht unstofflich wie der Geist, aber auch nicht so derb
-materiell wie unser Körper.(PASSIAN,R. 1985) Die Seele ist das kosmische Element in uns, nämlich das, was die Vergänglichkeit alles Irdischen überdauert.(SCHMIDT,K.O.
1936) Oft auch als Synonym für Unterbewußtsein, Gefühl, Gewissen gebraucht.
Seelenentwicklung: laut der Offenbarung unseres Himmlischen Vaters ist die Seele ein
aus der Materie sich entwickelnder Geist.(Gr. Ev. 5, 51) Also: evolutionäre Entwicklung der Seele (nicht des Geistes) über alle Naturreiche, beginnend bei der Mineral- über die Pflanzen- und Tierwelt bis hin zum Menschen.(PASSIAN,R. 1985)
Seelengeburt: der Augenblick, wo die Monade (der Gottesfunke) eines hochentwickelten
Haustieres sich erstmalig als Mensch inkarniert (= Individualisierung).
Seelenwanderung: auch Metempsychosis genannt, umfaßt außer der Inkarnation auch
den Glauben an den möglichen Übergang der Seele nach dem Tode in einen Tierkörper.(PASSIAN,R. 1985: 9)
Sein, Seinsheit : unmanifestierte Realität, jenseits von Raum und Zeit, ohne Anfang und
Ende. Alles ist, bevor es in die materielle Existenz tritt.(DASKALOS, 1992)
Selbst, höheres Selbst: vermittelt zwischen Seele und Persönlichkeit. Jeder Mensch hat
als Teil des Gottesfunkens eine unsterbliche Seele, nämlich das, was er eigentlich ist. Daneben hat er eine sterbliche Persönlichkeit, nämlich das, was er hier auf Erden darstellt.
Eng mit der Seele verbunden ist das Höhere Selbst, das als Vermittler zwischen Seele und Persönlichkeit fungiert.(SCHEFFER,M. 1994)
Selbsterkenntnis: ein Heils- und Einweihungsweg bei der Gottsuche, wobei das Ich
(Ego) geopfert wird. Selbsterkenntnis führt zu Gotterkenntnis
Shiva (Sanskrit): der 3. Aspekt der religiösen HinduDreieinigkeit. Gern als “Zerstörer”
bezeichnet, jedoch eigentlich der große “Umwandler”, der zum Zwecke der Entwicklung “alle Dinge neu macht”.
Silberne Schnur (die): Äthergewebe, durch das während des Schlafes der Astral- und
der leibliche Körper verbunden bleiben. Im Moment des Sterbens aber reißt diese Silberschnur ab und das Leben und damit auch die Seele entweichen endgültig und unwiderruflich.
SolarPlexusChakra : das Chakra, das am “Sonnengeflecht”, also am wichtigsten
Geflecht von Nervenknoten des vegetativen Nervensystems (unterhalb des Zwerchfells) liegt. Bei Erweckung entstehen vage Erinnerungen an Astralreisen und Erlebnisse. (Auch MilzChakra genannt.)
Sophia (gr.): Weisheit. Daher z.B. der Name der Theosophie: Theos = Gott, und Sophia = Weisheit, göttliche Weisheit.
Spiritismus: geistige Disziplin, die versucht, verstorbene Menschen durch
“automatisches” Schreiben oder Sprechen über geeignete “Medien” für die Zeit einer spirituellen Sitzung (Séance) wieder dem irdischen Leben zugänglich zu machen. Auch
Nekromantie genannt.Unter Spiritismus wird in der heutigen Zeit mehr das Praktizieren von Verständigungsmöglichkeiten mit dem Jenseits verstanden, wie etwa das “Herzitieren von Geistern” (sog. Vulgärspiritismus).(PASSIAN,R. 1985: 23)
Spirituelle Körperformen: Ätherkörper: Träger der vitalen Lebenskraft und aller physischen Empfindungen
(Lebensleib). Der eigentliche physische Bewußtseinsträger. Er durchdringt den körperlichen Leib, ist aber noch aus (fein) physischer Materie. Er löst sich nach dem Tode rasch auf.(PASSIAN,R. 1985: 12) Astralkörper:Träger unserer Empfindungen und Begierden, der telepathischen
Phänomene und unseres Traumlebens. Äther- und Astralkörper haben die Form des Leibes. Da der feinstoffliche Astralkörper das Licht nicht reflektiert, bleibt er für unsere
Augen unsichtbar. Bei genügender Verdichtung kann er von hellsichtigen Menschen als Geist gesehen werden (daher der weltweite Geister- und Gespensterglaube). Der
Astralleib verbindet sich erst im Alter von sieben Jahren völlig mit dem Körper, so daß erst dann Erinnerungen an die Vorexistenz verblassen.(PASSIAN,R. 1985: 15f.) Mentalkörper: nach dem Ablegen des Astralkörpers geht die Seele in einem sogenannten
“zweiten Tod” in den Mentalkörper über, der von entsprechend sensiblen Menschen als hellstrahlende Kugel wahrgenommen werden kann, die sich auf dem Kopf des
Verstorbenen zeigt. Solchen Beobachtungen liegt möglicherweise die Darstellung des “Heiligenscheins” zugrunde.(PASSIAN,R. 1985: 13) Kausalkörper: der höhere Mentalkörper und Träger des unsterblichen menschlichen
Bewußtseins. Er hat 3 Funktionen: 1. Sitz des Höheren Selbstes (Seele), 2. Träger des abstrakten Denkvermögens, 3. Speicherort für alle Handlungen und Werke im Laufe der
Inkarnationen, die dann über das Karma das spätere Schicksal bestimmen. Hellsichtige Menschen erkennen an Umfang und Farben des Kausalkörpers die Entwicklungsstufe einer Menschenseele.
Sri Krishna (Sanskrit): der große indische Heiland, Heros und Fürst, welcher dort ebenso
verehrt wird wie Jesus Christus im Abendland. Die Geschichte von Krishna’s Geburt und Kindheit gleicht genau der des Jesuskindes im Neuen Testament.
Stigmatisation (gr.): das Auftreten der Wundmale Jesu bei tiefgläubigen Christen.
Beispiele: Der heilige Franz v. Assisi, Therese von Konnersreut, Pater Pio. Nach katholischer Auffassung kann S. durch sowohl übernatürlich, als auch autosuggestiv entstehen.
Sufismus: ursprünglich aus dem Islam hervorgegangene, tiefmystische Bewegung. Er
lehrt (ähnlich wie die Theosophie) einen universalen Gottesglauben mit toleranter Würdigung aller anderen Religionen. Ziel ist die meditativ gewonnene Unio Mystica.
Sünde, Erbsünde: kommt von absondern , nämlich von der Einheit mit Gott als dem
allumfassenden Bewußtsein. Nach griechisch-antiker Auffassung: den Punkt (Symbol der Einheit) nicht treffen, nicht begreifen; auch Synonym für “polar sein”. Die “Sünde” liegt
also in der Polarität begründet, und nicht im konkreten Handeln des Menschen. “Erbsünde” ist die karmische Belastung, die man vom Vorleben ins aktuelle Erdenleben mitbringt.(PASSIAN,R. 1985: 116)
Swastika: das Hakenkreuz als das heiligste, mystischste Symbol in Indien. Sinnbild des
sich stets erneuernden und weiterschreitenden Lebens. Wurde vom Dt. Nationalsozialismus unter Adolf Hitler mißbraucht und nach links (also rückwärts) drehend dargestellt.
Telästhesie (gr.): Hellfühlen. Fähigkeit, den seelischen Zustand näher und entfernt
lebender Freunde zu erkennen.
Teleologie (gr.): Lehre von den Zielen oder finalen Ursachen; die Erklärung der Phänomene anhand von Zielen und Zwecken.
Telepathie (gr.): Gedankenübertragung. Fähigkeit, die Denkwellen anderer Menschen
aufzunehmen. T. entsteht häufig spontan und unbewußt zwischen sich nahestehenden Personen.
Teufel, Satan: irdische Versuchung und Ablenkung von Gott und seinen kosmischen
Gesetzen. Prototyp für Sündenfall, Erbsünde und Gang in die Polarität.(LK 4,1f.)
Theismus (gr.): Glaube an einen persönlichen Gott, der sich durch Glaube, Offenbarung
und Wunder dem Menschen stets als wirkend und unmittelbar anwesend zeigt.
Theologie (gr.): “Rede über Gott”; Lehre von Gott i.S. von wissenschaftlicher
Durchdringung göttlicher Offenbarungen. Man unterscheidet eine systematische, historische und praktische Theologie.
Theophanie (gr.): Erscheinung Gottes in der Welt i.S. von praktischer Anwendung oder
Umsetzung des “Wissens über Gott” (Theosophie) und seinen Offenbarungen und Lehren. Gleichbedeutend mit angewandter Theosophie als praktizierter Nächsten- und Gottesliebe.
Theosis, Theose (gr.): Vergöttlichung. Bezeichnung der Kirchenväter der ersten
Jahrhunderte für einen sehr hohen Grad von mystischer Gottesvereinigung (Unio Mystica). Die letzte Stufe in der Entwicklung des Selbst, nachdem es die Erfahrung der
grobstofflichen Materie durch aufeinanderfolgende Inkarnationen hinter sich hat. Wiedervereinigung mit der Gottheit.(DASKALOS, 1992)
Theosophie: (gr.): “Wissen über Gott”, Gottesweisheit. Mystische Lehre von Gott,
gewonnen durch visionäre Schau und Offenbarung. Die hier vertretene Theosophie beinhaltet im Gegensatz zur Thoesophischen Gesellschaft (Blavatzky-Schule) auch einen
persönlichen Gott mit tanszendenten Elementen der Gotterkenntnis, und folgt somit dem “Sowohl-als-auch-Gesetz. Die T. bildet danach den philosophischen Hintergrund und die
erkenntnismäßige Steigerung der wissenschaftlich betriebenen Theologie. Der Begriff Theosophie wird hier in allgemeiner Form und religionsübergreifend gebraucht und zwar als Stadium zwischen Theologie und Theophanie.
Theosophische Gesellschaft: Im Jahre 1875 von Helena P. Blavatzky und H.S. Olcott in New York gegründete Vereinigung mit pantheistischem Gottesbegriff. Stark an den
Hinduismus und Buddhismus angelehnt.
Theurgie (gr.): eine Anrufung hoher Engel. Sie ist nur ganz reinen und selbstlosen
WeißMagiern möglich, um Hilfe bei der Erkenntnisgewinnung oder Beistand zur Vollbringung edler Werken der Barmherzigkeit zu erhalten. Ein berühmter Theurg war der Neuplatoniker Jamblichus. In der Neuzeit z.B. Bernhard Forsboom.
Tierkreis : eine Bahn von 16° Breite zu beiden Seiten der Ekliptik, durch welche die
Sonne, der Mond und die anderen Planeten scheinbar wandern. Der Tierkreis ist in 12 Tierkreiszeichen a 30° unterteilt. Es stellt die kosmische Aura der sieben alten Planeten
dar; die Gesamtheit der Sonnen- und Planetenaspekte, bezogen auf die Erde; ein Ring von krafterfüllten Räumen (nicht ein Sternbildertierkreis). Der Tierkreis ist das älteste und
umfassendste “Buch” der Welt, das alle Zeitenkreise in sich begreift.(SCHULT,A. 1986: 202-208)
Tierkreiszeichen: die Symbole der Tierkreiszeichen sind Hieroglyphen für die 12
Monate des Sonnenkreislaufes und für die jahreszeitlichen Erlebnisse der Menschenseele in Bezug auf das Verhältnis Sonne zu Erde.(SCHULT,A. 1986: 279)
Transmutation (lat.): Gemütsmwandlung und Abtötung von Ehrgeiz, Lebensdurst und
Behagen, wie auch das Nutzbarmachen dieser erdverbundenen Kräfte für selbstlose Dienste an seinen Mitmenschen.
Transzendenz (lat.): 1. geistige übersubstanzliche Existenz eines Wesens. 2.
Überschreitung von Grenzen; das bewußtseinsunabhängige Überschreiten des Erfahrungsbereichs durch Denken oder Glauben. Das, was als “Jenseitiges” das Erkenntnisvermögen des Menschen übersteigt. Gegensatz: Empirie, Immanenz. Der
Mensch lebt transzendent in der Monade, immanent aber im Leib.
Trinität: Dreigliederung des Menschen in Körper, Seele und Geist.(SCHULT,A. 1986)
Überbewußtsein: Bewußtsein unseres Höheren Selbstes, worin wir uns während echter
Meditation oder tiefen Nachsinnens befinden.
Unio Mystica (lat.): tiefste, einem Menschen mögliche Gottesvereinigung; das Hochziel
aller Mystiker in allen Zeiten und Ländern. Wiedervereinigung der Seelen mit Gott als Einheit. Ende der polaren Existenz.
Upanischaden: esoterische Kommentare zu den hinduistischen Veden. Sie enthalten die
Grundwahrheiten des theosophischen Weltbildes, sind aber für europäisches Denken fast unverständlich. Von den 150 U. sind nur noch etwa 20 unverfälscht erhalten. Aus ihnen entstand der Vedanta.
UrIdeen (nach Platon): Archetypen, Urbilder oder Prototypen des Gottesfunkens, zu
denen sich alle Geschöpfe evolutiv emporentwickeln, jedes zum Höchststand seiner Art.
Veda: Ältestes indisches Sprachendenkmal, das zwischen 2500 und 500 v.Chr.
entstanden ist, bestehend aus: 1. Sanhita (Götter-Veda), 10 Bücher mit über 1000 Zauberhymnen (Atharvaveda) und komponierten Opferversen (Samaveda) über die Kämpfe der Inder mit der Urbevölkerung und gegeneinander; 2. Brahmana,
Opfererklärungen in Prosa; 3. Aranyoka , höhere Mystik mit den Upanischaden; 4. Vedanga, aphoristische Lehrbücher.
Vedanta (der), (Sanskrit): “Die Vollendung der Veden”. Mystischphilosophisches System,
das von Generationen weiser und heiliger Inder entwickelt wurde, um die geheime Bedeutung der Upanischaden zu erklären. Hauptaussage des V.: Der Mensch ist eins mit Gott und von gleicher Natur.
Veden, Vedas (Sanskrit): “Göttliches Wissen”. Die heiligsten 4 Bücher der Hindus (etwa
30.000 Jahre alt) mit verschiedenen Verfassern. Aus ihnen wurden die Upanischaden und der Vedanta abgeleitet.
Vererbung: Die Weitergabe von Merkmalen an die Nachkommenschaft. Ursprünglich
wurden dazu auch erworbene Merkmale und Lebensgewohnheiten gezählt. In der modernen Biologie gelten nur noch die Gene als vererbbar (s. auch Mendel’sche Vererbung und Neodarwinismus). Die Hypothese der Formenbildungsursachen meint mit
diesem Begriff nicht nur die genetische Vererbung, sondern auch die Vererbung morphischer Felder durch morphische Resonanz.
Vitalismus: Die Lehre, daß lebendige Organismen wahrhaft lebendig sind, im Gegensatz
zur Auffassung der mechanistischen Theorie, daß sie unbelebt und mechanisch seien. Die Organisation des Lebendigen hängt von zielgerichteten Vitalfaktoren ab (vgl. Entelechie),
die sich nicht auf die bekannten Gesetze der Physik und Chemie zurückführen lassen. Der Vitalismus ist eine weniger ausgeprägte Form des Holismus als der Organizismus, da er
die mechanistische Grundannahme akzeptiert, daß die Gegenstände der Physik und Chemie unbelebt und im wesentlichen mechanisch sind.
Weiblicher GottesAspekt: die “WeltMutter”. Auf jedem bewohnten Planeten durch
einen hohen Erzengel vertreten. Z.B. die altägyptische Isis oder die christliche Madonna, welche nach theosophischer Auffassung i.e.S. nach dem Tod als ein Erzengel in das Devareich eintrat.
Welt, Maya: nach hinduistischer und buddhistischer Auffassung ist die Welt Gottes Spiel
und ein großes Blendwerk oder eine Täuschung (Maya) für den Menschen. In diesem Spiel gibt es Lust und Leid, Tugend und Sünde, Wissen und Unwissen, Gut und Böse.
Würden Sünde und Elend aus der Welt beseitigt, dann wäre das Spiel, und damit die Welt zu Ende. Es ist Gottes Wille, daß dieses “Spiel” fortgesetzt wird. Gott hat uns mit den
Fesseln der Sinnestäuschung an diese Welt gebunden. Erst wenn die Fesseln gesprengt sind, ist Gotteserkenntnis möglich.(RAMAKRISCHNA (1836-1886)
Wiederverkörperung, Reinkarnation : Die wiederholte Rückkehr der Seele zur Erde
oder auf andere Gestirne in einem neuen Körper, bis die spirituelle Vollendung in Gottähnlichkeit (Unio mystica, Nirvana) erreicht ist. Eine Wiederverkörperung als ein Tier ist nicht möglich.
Wissenschaft: das Selbstverständnis heutiger Wissenschaften basiert auf der Meßbarkeit,
Verallgemeinbarkeit und Nachprüfbarkeit von Naturerscheinungen an jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt, meist unter Verwendung mathematisch-statistischen Methoden. Dabei ist
alles wissenschaftlich Erfaßbare auf die sinnlich faßbare Erscheinung beschränkt. Die Erscheinungen müssen klassifiziert und geordnet werden, um Gesetzmäßigkeiten erkennen
zu können, aus denen heraus es möglich wird, den Ablauf der Dinge zuverlässig vorauszusagen. Jede metaphysische Hinterfragung der Erscheinungen ist sinnlos, weil mit
den wissenschaftlichen Methoden ja nur die Erscheinung selbst erfaßt wird.(LEUENBERGER,H-D. 1989: 13)
Wunder : subjektiv wahre und wirkliche Phänomene, die aber mit den Methoden der
modernen Wissenschaft nicht faßbar oder erklärbar sind. Der Wundertäter durchbricht mit seinem Tun jene alltäglichen Grenzen, denen sich “normale” Menschen gegenüber sehen.(BERGER,K. 1995: 141)
Yoga,
der (Sanskrit): “Wege zur Gotteserkenntnis”. Seit Jahrtausenden in Indien gelehrte und ausgeübte Disziplin (Versenkung und Askese, besonders Atem- und seelische Schulung) zur raschen Erlösung vom “Rad der Wiedergeburt”. Im Westen am
bekanntesten der “RajaYoga” und der “HathaYoga. Der RajaY. umfaßt 4 Aspekte: Inana (Erkenntnis), Karma (Hilfsdienste), Bhakta (religiöse Hingabe), und den eigentlichen RajaY.: Erwerbung von Geistes und Willenskraft. Der polare Begriff Bhoga dagegen
bedeutet “Weg des irdischen Genusses”.(RAMAKRISCHNA (1836-1886)
Yogi, Jogi (Sanskrit): Anhänger des Yoga; Asket, der durch Selbstversenkung und
körperliche Askese überirdische Kräfte entwickeln kann. Ein Y. beherrscht eine oder mehrere Yogamethoden. Das Yogitum ist nicht an Länder oder Rassen gebunden.
Zeit: durch den weltlichen Zwang, Einheiten (Ganzheiten) in Einzelaspekte zerlegen zu
müssen, die wir dann nacheinander betrachten können, entsteht Zeit. Denn erst durch die Betrachtung mit einem polaren Bewußtsein wandelt sich die Gleichzeitigkeit des Seins in
ein Nacheinander. So wie hinter der Polarität die Einheit steht, so steht hinter der Zeit die Ewigkeit. Ewigkeit aber bedeutet im metaphysischen Sinn Zeitlosigkeit und nicht eine
unendliche Aneinanderreihung von Jahrmilliarden.(DETHLEFSEN,T. 1992: 16)
Zen (Sanskrit): “Versenkung”. Meditationsweg innerhalb des Mahayana-Buddhismus;
knüpft stark an die Praxis den Yoga an, hat aber nicht als Ziel der Durchbrechung des “Ichs”. Pragmatische Meditationsform, um das tägliche Leben natürlicher und spontaner leben zu können.
Zirbeldrüse: Drüse im Gehirn, die als Organ des “Siebenten Sinnes” angesehen wird, mit der Fähigkeit von Hellsicht und Medialität.
zur Startseite
|