Der Schmetterling: Sinnbild für die Vergeistigung der Materie (Analogie: Raupe = Inkarnation, Puppe = Tod, Falter = Geistwesen)

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Sternzeichen oder Sternbilder?

Aufklärendes zum Gebrauch des Mondkalenders

 

Seiten-Inhalt:

 

 

Vorbemerkung

Seit 1995 stelle ich der Land- und Forstwirtschaft den “Landbaulichen Mondkalender” zur Verfügung mit dem Ziel, den Bauern und Förstern die Auswahl der richtigen Tage für ihre Arbeiten zu erleichtern. Immer wieder werde ich gefragt, ob man sich nun nach dem Mondstand in den Sternbildern oder Sternzeichen richten solle. Begründet wird dies damit, daß die Wahl auf ganz unterschiedliche Tage fallen kann, je nachdem, welchen Kalender man zugrunde lege. Da die Beantwortung dieser Frage im Philosophischen begründet liegt, möchte ich mit diesem Aufsatz zur Klärung beitragen. 

Grundsätzliches

Die Astronomie (Sternbetrachtung) kennt Sternbilder. Dabei handelt es sich um der menschlichen Phantasie entsprungene Figuren. Sie entstanden dadurch, daß weit entfernte, selbstleuchtende Sonnen unserer Milchstraße (z. B. Polarstern, Sirius, Riegel oder Spica) durch Linien miteinander verbunden wurden und dann Bilder wie «Kleiner Bär», «Großer Hund», «Orion», «Jungfrau», «Schütze» oder «Krebs» ergaben. Diese Sternbilder haben eine unterschiedliche Größe, messen also nicht einheitlich 30 Bogengrade wie die Tierkreiszeichen.

Die Astrologie (Sterndeutung) dagegen kennt den Tierkreis (= Zodiak) und arbeitet daher mit 12 Tierkreiszeichen, vereinfacht auch Sternzeichen genannt. Beim Tierkreis handelt es sich um einen 16° breiten Gürtel entlang der scheinbaren Bahn der Sonne am Himmelsgewölbe (= Ekliptik). Entlang dieser Bahn wandern – wiederum aus irdischer Sicht – nicht nur die Sonne, sondern auch alle Planeten (Wandelsterne) unseres Sonnensystems, einschließlich unseres Mondes. Der Tierkreis ist in 12 Streckenabschnitte zu jeweils 30° unterteilt, woraus sich die einzelnen Tierkreiszeichen (Widder bis Fische) ergeben. Wie die  verdeutlicht, ist die Lage der Sternbilder heute nicht mehr mit jener der Sternzeichen deckungsgleich, sondern die Sternbilder haben sich wegen des langsamen Vorrücken des Fixsternhimmels seit etwa 2200 Jahren um 30° verschoben. Demnach steht das Sternzeichen Widder jetzt nicht mehr vor dem Sternbild Widder, sondern vor dem Sternbild Fische, das Sternzeichen Fische vor dem Sternbild Wassermann, das Sternzeichen Wassermann vor dem Sternbild Steinbock usw.  

Abbildung 1: Der Unterschied zwischen Sternzeichen und Sternbildern im Tierkreis: Die Sternbilder haben sich gegenüber den Sternzeichen um 30° verschoben. (Graphik aus: BANZHAF & HAEBLER 1994)

Unterschied zwischen Sternzeichen und Sternbildern

 

Die Ursprünge der Namensgebung

 Nach SCHULT (1986) gehen die Namen der einzelnen Tierkreiszeichen auf die alten Ägypter und Babylonier zurück und sind wesentlich älter als jene der Sternbilder. Diese wurden lediglich nach den Tierkreiszeichen benannt . Zwischen 2310 und 150 v.Chr. nämlich deckten sich die Tierkreiszeichen mit den Sternbildern insofern, als – räumlich gesehen – das Sternbild Widder hinter dem Tierkreiszeichen Widder zu stehen kam. Nun ist es aber so, daß der Fixsternenhimmel durch die sog. “Präzession” langsam vorrückt. Dies liegt daran, daß durch die Anziehungskräfte von Sonne und Mond am Erdäquator ein Wulst (sog. Lunisolar-Präzession) entsteht, der bei der Erdachse eine Kreiselbewegung erzeugt. Diese wiederum bewirkt, daß die Fixsterne aus Erdsicht langsam weiterwandern, und zwar alle 72 Jahre um 1°. Demzufolge verschieben sich alle 2160 Jahre auch die Sternbilder um 30° gegenüber dem Frühlingspunkt (21. März). Diesen Zeitraum nennt man astrologisches Zeitalter oder auch Weltenmonat (siehe Tabelle 1). Fallen die Sternbilder nach 12 Weltenmonaten (12 x 2160 Jahren) und damit nach 25.920 Jahren wieder mit den entsprechenden Tierkreiszeichen zusammen, spricht man nach dem griechischen Philosophen PLATON (427-347 v. Chr.) seither vom “Platonischen Weltenjahr”.

 

 Tabelle 1: Astrologische Zeitalter und ihre Kennzeichen

Zeitraum

Zeitalter (Äon)

Archetyp

Gottesbild

6630 bis 4470 v. Chr.

Zwillings-Zeitalter

Jäger und Sammler

Naturgötter

4470 bis 2310 v. Chr.

Stier-Zeitalter

Bauern

Naturgötter

2310 bis 150 v. Chr.

Widder-Zeitalter

Krieger

antiker Polytheismus

150 v.Chr. bis 2010 n. Chr. 

Fische-Zeitalter

Mystiker

christlicher Monotheismus

2010 bis 4170 n. Chr.

Wassermann-Zeitalter

Humanisten

Das Göttliche im Menschen

1 Weltenmonat = 2.160 Jahre, 1 Weltenjahr = 25.920 Jahre

 Die Namen wie auch die Symbole des astrologischen Tierkreises wurden erst dann auf die Sternbilder übertragen, als diese zu Beginn des 2. vorchristlichen Jahrtausends in etwa mit den Tierkreiszeichen zusammenfielen. Das Zeichen Widder hatte also ursprünglich mit dem Sternbild Widder nichts zu tun. Vielmehr blieb der Widder aus astrologischer Sicht bis heute jener Abschnitt des Zodiak, den die Sonne nach Erreichen des Frühlingspunktes am 21. März scheinbar durchzieht, gleichgültig ob dies vor dem Sternbild des Widders, der Fische oder des Wassermann geschieht. Nicht die Sternbilder, welche von den Zeichen ihre Namen bekamen, sind die Träger oder Entsprechungen, sondern die Sternzeichen. Schon der ägyptische Astrologe PTOLEMÄUS (87-165 n. Chr.) unterschied in seiner Schrift “Tetrabiblos” scharf zwischen diesen beiden Begriffen und legte für die astrologische Deutung nur den Tierkreis zugrunde. Auch der Kirchenvater ORIGENES (185-254 n. Chr.) machte sich diese Sicht zu eigen.

Schließlich deckten sich im Horoskop der Widderzeit die Horoskophäuser genau mit den ihnen entsprechenden Tierkreiszeichen; d. h. das 1. Haus fällt in das 1. Tierkreiszeichen Widder, das 2. Haus liegt auf dem 2. Tierkreiszeichen Stier, das 3. Haus auf dem 3. Tierkreiszeichen Zwillinge usw. bis zum 12. Haus, das in das Tierkreiszeichen Fische fällt. Dadurch wird das Horoskop des Widderzeitalters zu einer Art von Analogie- oder Normalhoroskop der Menschheit. Die Menschheit befand sich damals zwar nicht in einem Idealzustand, aber doch in einem Gleichgewicht zwischen Natur und Kultur (SCHULT, 1986). 

 

Die Entstehung der Tierkreiszeichen aus der Sicht des christlichen Evangeliums

 Das Christentum kennt “kanonische” und “apokryphe” Evangelien. Erstere sind von der Amtskirche anerkannt und in die Bibel aufgenommen worden, letztere werden bis heute merkwürdigerweise ignoriert. Dazu gehören auch die umfangreichen Werke des österreichischen Mystikers Jakob LORBER (1800-1864), der ab dem 40. Lebensjahr 24 Jahre damit verbrachte, spirituelle Eingaben niederzuschreiben. Er nannte sich daher selbst “Schreibknecht Gottes” (LORBER, 1840-1864). Diese Evangelien erläutern und ergänzen das Neue Testament in wesentlichen Bereichen, sie geben aber auch wertvolle Hinweise über das astrologische Selbstverständnis im Judentum zur Zeit Jesu.

Im Band 3 des elfbändigen “Großen Evangeliums Johannes” läßt JESUS von Nazareth einen Weisen namens Mathael zu Wort kommen, der seinen Jünger die Entstehung der Tierkeiszeichen erläutert. Dananch waren die Urbewohner Ägyptens die “Erfinder” und Einteiler des Tierkreises (Zodiak), und zwar weil sie mehr wolkenlosen Himmel hatten und demzufolge die Gestirne leichter und anhaltender beobachten konnten als es in Palästina der Fall war. Durch ständiges Betrachten des Zodiaks wurden sie gewahr, daß dieser ein großer Kreis ist, der in 12 gleiche Teile teilbar ist und in jedem dieser Teile “ein Sternbild” aufweist. Nach altägyptischer Zunge bedeutet die Silbe Zo: “für”, dia heißt “Arbeit” und kos “ein Teil”, frei übersetzt also: “Die Einteilung der Arbeit”. Sie waren es also, die den Menschen halfen, ihre Arbeit im Jahreskreis sinnvoll einzuteilen. Die Ägypter gaben den zwölf Abschnitten des Zodiak erstmals Namen, und zwar solche, mit denen sie es bei der täglichen Arbeit und beim Umgang mit der Natur zu tun hatten.

     

  • WASSERMANN: Da diese Zeit in Ägypten regenreich war, gab man dem Sternzeichen die Gestalt eines Hirten, der gerade einen Eimer mit Wasser in die Tier-Tränkkästen schüttet.
  • FISCHE: Nach 30 Tagen hatte der Regen ein Ende und im angeschwollenen Nil konnte man viele Fische fangen.
  • WIDDER: Die Zeit der Schafschur. In Anlehnung an den streitlustigen Schafbock (= Widder) benannte man diesen Monat nach ihm.
  • STIER: In dieser Zeit wurde das Rindvieh brünstig und man schied das starke Vieh vom schwachen.
  • ZWILLINGE: Wahl von Gemeinde-Oberhäuptern, und Beratung darüber, ob die bisherigen Arbeiten auch richtig durchgeführt wurden und was verbessert werden konnte.
  • KREBS: Mit der Sommer-Sonnenwende werden die Tage wieder kürzer und die Ägypter verglichen diesen Rückgang mit den rückwärtigen Fortbewegungsart des Krebsen. Auch die Zeit der Krebsjagd im Nil.
  • LÖWE: In dieser Zeit bekamen die Löwen Junge, waren daher auf Zusatznahrung angewiesen und wurden so zu einer großen Gefahr für die Rinderherden.
  • JUNGFRAU: Zeit der Feste und Hochzeiten. Da die sittlich rein gebliebene Jungfrau hoch angesehen war, wurden auch nur solche geheiratet.
  • WAAGE: Nach der hohen Zeit der Liebe folgte die Getreide-Ernte. Um diese gerecht zu verteilen wurde der “Zehnte” eingeführt, welcher dem Priesterstand überlassen wurde. Als Meßinstrument diente die Waage.
  • SKORPION: Zeit, in der sich in Nordafrika die giftigen Skorpione stark vermehren. Die Rinde eines Strauches aus der Nil-Aue wurde zum geeigneten Bekämpfungsmittel.
  • SCHÜTZE: Zeit schwerer Gewitter, in der das Wild vom Bergland in die Täler kam und hier mit Pfeil und Bogen erlegt werden konnte.
  • STEINBOCK: Ein Wildtier, das im alten Ägypten sehr selten und daher für die Menschen auch sehr kostbar, ja heilig war. Die gewaltigen Hörner war der Könige liebste Zierde. Am ehesten konnte man dem Steinbock nach der Wintersonnenwende kurz vor der einsetzenden Regenzeit habhaft werden.

Näheres zur Entstehung und Benennung der einzelnen Sternzeichen ist bei BRIEMLE (2000) oder auf der Seite “Sternzeichen und Evangelium” nachzulesen. Die Sternzeichen lieferten also die Namen für die Sternbilder und nicht umgekehrt!

Gemäß astrosophischer Lehre begann mit dem um Christi Geburt einsetzenden neuen Weltenzyklus von 25.920 Jahren die Vollendung des Menschen nach Geist, Seele und Leib, eingeleitet durch die Inkarnation Gottes (in Jesus) auf Erden. Dieses wichtige Datum kann auf 150 v. Chr. angesetzt werden. Denn 150 v. Chr. passierte der Fixstern “Piscium” als die größte und hellste Sonne des Sternbildes “Fische” den Frühlingspunkt. Auch steht “Piscium” am nächsten an der Grenze zum Sternbild Widder. In seinem Sternkatalog charakterisiert PTOLEMÄUS Piscium mit “Der im Knoten der beiden Bänder”, und “Der Leuchtende im  Bandknoten” der Fische. An dieser Fixstern-Konstellation ist daher der Beginn des Fischezeitalters festzumachen. Wenn der Durchgang des Frühlingsanfangspunktes durch ein Zeichen 2160 Jahre in Anspruch nimmt, so dauert das Fischezeitalter von 150 v. Chr. bis 2010 n. Chr. Zu Beginn dieses neuen Platonischen Weltenjahres erfolgte im übrigen die größtmögliche Deckung der 12 Sternbilder mit den 12 Tierkreiszeichen (SCHULT, 1986).

Schon das Ur-Christentum symbolisierte Jesus immer wieder als Lamm (= junger Schafbock oder Widder) oder als Fisch, weil er an der Grenze zwischen Widder und Fischezeitalter geboren wurde und darum Ende und Anfang, Omega () und Alpha (A) der kosmischen Entwicklung verkörperte. “Insofern Christus als neuer Äon aufgefaßt wurde, war es jedem Astrologiekundigen klar, daß er einerseits als erster Fisch des Fischezeitalters geboren wurde und andererseits als letzter Widder (neutestamentlich: “Lamm”) des abtretenden Äons sterben mußte” (JUNG, 1951). Während also Sternbilder und Sternzeichen sich in ungefährer Deckenung befanden, vollzog sich auch die Geburt des Messias’ in Palästina. Diese Konstellation bildete gleichsam den Stundenzeiger auf dem großen kosmischen Zifferblatt der Weltenuhr. Der Minutenzeiger auf dieser Weltenuhr aber war jene nur alle 794 Jahre wiederkehrende Konjunktion von Jupiter und Saturn im Tierkreiszeichen “Fische”, die im Jahre 7 vor unserer Zeitrechnung als Stern von Bethlehem in Erscheinung trat. Damit also im letzten Zeichen des Tierkreises, nahe dem Punkt, wo Fixsternbild und Tierkreis in ihren Anfangs und Endzeichen zur Deckung kamen. 

 

Das Entsprechungs-Prinzip (Analogie-Prinzip) in der Astrologie

 Wesentliches Fundament der Astrologie ist das Analogiegesetz, welches auf den Stammvater der Esoterik, HERMES TRISMEGISTOS (griechisch: Hermes, der dreimal Große) zurückgeht. Er war Priester und Eingeweihter im alten Ägypten und schrieb die Quintessenz der Weisheit als “Tabula smaragdina” auf Tafeln auf. Nach ihm benannte man später die “hermetische Philosophie”. Diese besagt folgendes:

Alles, was auf einer oberen Ebene geschieht, hat seine  Entsprechung auch in den unteren Ebenen. – Umgekehrt ist alles, was auf einer unteren Ebene vorhanden ist, ein Abbild dessen, was auf den oberen Ebenen ist und wirkt. Kurz: Wie oben, so unten! Dieser Satz gilt für das ganze Universum, also für den Makrokosmos wie für den Mikrokosmos: Wie die Planeten die Sonne umkreisen, so umschwirren die Elektronen den Kern des Atoms. Letzteres ist somit das kleine Abbild eines Sonnensystems. So wie der Mensch für Milliarden Atome, aus denen sein Körper sich zusammensetzt, gewissermaßen ein Groß-All bildet, so vereinigen sich die galaktischen Universen mit ihren Milliarden Sonnensystemen zum Körper eines überkosmischen Wesens – zum “Leib Gottes” (SCHMIDT, 1936).

Beispiele von Entsprechungen (Analogien) sind demnach:
 

  • Wie oben, so unten
  • Wie im Himmel, so auf Erden
  • Wie im Großen, so im Kleinen
  • Wie bei Allen, so beim Einzelnen

 

...  und umgekehrt

 Im Jahres- und Tageslauf:

  • Der Frühling entspricht dem Morgen
  • Der Sommer entspricht dem Mittag
  • Der Herbst entspricht dem Abend
  • Der Winter entspricht der Nacht

 oder:

  • Der Frühlingsbeginn entspricht dem Sonnenaufgang
  • Die Sommersonnenwende entspricht der Mittagsstunde
  • Der Herbstanfang entspricht dem Sonnenuntergang
  • Die Wintersonnenwende entspricht der Mitternacht
  •  
  •  So hat des Jahr sein Spiegelbild in jedem Tag. Was Frühling, Sommer, Herbst und Winter im Jahreslauf sind, das sind im täglichen Rhythmus Morgen, Mittag, Abend und Nacht. Der Sonnenaufgang entspricht dem Frühlingsbeginn, der Sonnenuntergang dem Herbstanfang, der Mittag der Sommersonnenwende, die Mitternacht der Wintersonnenwende. Sogar innerhalb des menschlichen Körpers gibt es Entsprechungen, die sich die alternative Medizin zunutze macht: So ist beispielsweise der Fuß das Abbild des ganzen Körpers: Die Zehenpartie entspricht dem Kopf, der Mittelfuß dem Bereich zwischen Schulter und Beckenboden und die Verse entspricht den Beckenorganen. Aufgrund dieser Entsprechung vermag es bekanntlich die alternative Medizin, über die sogenannte Reflexzonen-Massage bestimmter Stellen die entsprechenden Körperorgane zu stimulieren und heilend zu behandeln.

    Der vorhin schon erwähnte, räumliche Vergleich aus der Physik mag uns diese Analogie veranschaulichen: Der Abstand einzelner Atome voneinander entspricht den Entfernungen der Sonnen im Weltall. Der Abstand der (negativen) Elektronen vom (positiven) Kern wiederum jenem zwischen Planeten und Sonne. Ebenso verhält sich die Größe des Atomkerns zum Molekül-Durchmesser wie der Sonnen-Durchmessers zur Größe des gesamten Sonnensystems. Dazwischen ist – im Großen wie im Kleinen – nichts als leerer Raum (SCHULT, 1986). Die aufgezeigten Analogien wie auch das große hermetische Grundprinzip “wie oben, so unten” helfen dem Menschen auf seiner Sinnsuche aber nur dann weiter, wenn er bereit ist, das Universum in seiner Gesamtheit als große göttliche Ordnung zu akzeptieren. Dann allerdings gibt es keinen Platz mehr für Zufälle.

     

    Widersprüchliches in Mondkalendern

     Innerhalb der astrologischen bzw. astronomischen Agrarforschung gibt es indes erhebliche Unstimmigkeiten in der Methodik. Auf der einen Seite stehen die Erfahrungen von THUN (2001), auf der anderen Seite zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen aus dem In- und Ausland, die überwiegend die Thun’schen Versuchsergebnisse nicht nachvollziehen konnten. SPIESS (1994) konnte in seinen mehrjährigen Versuchen die THUN’schen Aussaat -Empfehlungen zu lunaren Rhythmen ebenfalls nicht bestätigen. Er führt dies darauf zurück, daß Frau THUN sich nach den Sternbildern, er  sich – wie auch PAUNGGER & POPPE (1991) – aber nach den Sternzeichen richtet. Bekanntlich aber besteht zwischen Sternbildern und Sternzeichen (= Tierkreiszeichen) derzeit ein Unterschied von 30 Bogengraden, was beim Mondumlauf einen Zeitunterschied von durchschnittlich 2,3 Tagen ausmacht. THUN räumt dazu ein: “Die astronomischen Tatsachen werden bei astrologischen Ephemeriden (Gestirnsstände) meist nicht berücksichtigt, deshalb entstehen Diskrepanzen zu den Daten in unseren Aussaattagen”. 

    Wir haben es also innerhalb der mondbezogenen Agrarforschung mit zwei widersprüchlichen Betrachtungsweisen zu tun. Thun beispielsweise orientiert sich an der Astronomie und damit an den tatsächlichen Verhältnissen im Weltall (sog. “siderischer” Tierkreis), PAUNGGER & POPPE orientieren sich dagegen am Analogieprinzip der Astrologen und damit an den Tierkreiszeichen (sog. “tropischer” Tierkreis). Ein Beispiel aus dem Mondkalender: Nach PAUNGGER & POPPE stünde in Deutschland ein zunehmender  Mond vom 4. April 20 Uhr bis 6. April 23 Uhr (also gut 2 Tage lang) im Zeichen Jungfrau, wogegen er nach Thun in dieser Zeit noch im Löwen stünde und erst am 6. April 12 Uhr in das Jungfrau -Zeichen einträte (bezogen auf mitteleuropäische Sommerzeit). Da der Löwe ein Feuer-, die Jungfrau aber ein Erdzeichen ist, kann man sich vorstellen, wie unterschiedlich, ja gegensätzlich die Aussage der beiden Quellen hinsichtlich biologischer Vorgänge, etwa der Aussaat oder Düngung sein muß! Wie die (Tabelle 2) verdeutlicht, liegen die jeweils empfohlenen Termine bis zu 3 Tage auseinander, was bei landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Arbeiten nicht so schwerwiegend ist, wie z. B. bei chirurgischen Eingriffen, bei denen es fatale Auswirkungen hätte! Bei einer Operation ist es nämlich ganz entscheidend, ob sie 1 Tag früher oder später erfolgt. Für mich liegt der Grund für die teilweise gegensätzlichen Resultate eindeutig darin, daß der prinzipielle Unterschied zwischen Sternzeichen und Sternbildern weder Praktikern noch Versuchsanstellern klar ist. Da die Human-Astrologie aber seit jeher mit den Sternzeichen arbeitet und nur so stimmige Ergebnisse erhält, kann es nach dem universalen Analogieprinzip für den Rest der Biosphäre auf Erden nicht anders sein. (Man stelle sich den Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, geb. am 3.4.1930 vor, der statt einer Widder-Betonung eine Fische-Betonung hätte: undenkbar!) 

    Daher mein Rat: Achten Sie stets darauf, daß Ihr Mondkalender sich tatsächlich auch an den Sternzeichen (Tierkreiszeichen) der Astrologen orientiert!

      

    Tabelle 2 : Beispiele für Unstimmigkeiten im Jahr 2001

    Beispiele für zeitqualität-relev ante Arbeiten

    Richtiger Zeipunkt
    (allgemein)

    Beispiels-Termine nach Mondstand in Sternzeichen*

    Beispiels-Termi ne nach Mondstand in Sternbildern*

    Einwecken von Nahrungsmitteln, Silieren von Viehfutter

    Generell bei abnehmendem Mond!
    Dann am besten in Erdzeichen, außer Jungfrau

    10.5.23 Uhr bis 13.5.10 Uhr (Mond in Steinbock)

    13.5. 7 Uhr bis 15.5. 15 Uhr (Mond in Steinbock)

    Aussaat von Getreide

    Generell bei zunehmendem Mond!
    Dann am günstigsten in Feuerzeichen

    6.3. 13 Uhr bis 8.3. 10 Uhr (Mond in Löwe)

    7.3. 17 Uhr bis 10.3. 1 Uhr (Mond in Löwe)

    Mechanische Unkrautbekämpfung

    Stets bei abnehmendem Mond!
    Dann am besten im Steinbock

    7.6. 8 Uhr bis 9.6. 18 Uhr (Mond in Steinbock)

    9.6. 14 Uhr bis 11.6. 23 Uhr (Mond in Steinbock)

    Gießen von Zimmerpflanzen

    Generell bei abnehmendem Mond, dann am besten in Wasserzeichen

    5.8. 21 Uhr bis 8.8. 9 Uhr ( Mond in Fische)

    7.8. 15 Uhr bis 10.8. 19 Uhr (Mond in Fische)

    Operation am Knie

    Nie bei Mond im Steinbock

    Nicht vom 31.7. 21 Uhr bis 3.8. 7 Uhr (Mond in Steinbock)

    Nicht vom 3.8. 4 Uhr bis 5.8. 13 Uhr (Mond in Steinbock)

    Mandel-Operation

    Nie bei Mond im Stier

     

    Nicht von 4.10. 8 Uhr bis 6.10. 17 Uhr (Mond in Stier)

    Nicht vom 6.10. 4 Uhr bis 8.10. 23 Uhr (Mond in Stier)

    * bezogen auf mitteleuropäische Sommerzeit (MES)

     

    Zusammenfassung und Fazit

     Die Frühlings-Tag- und Nachtgleiche findet nach wie vor dann statt, wenn die Sonne in das Sternzeichen Widder eintritt, gleichgültig, ob das dahinterstehende Fixsternenbild nun das Sternbild Widder, Fische oder Wassermann ist. Würde die oben genannte Präzession konsequent auch in der Astronomie angewandt, müßten wir heute nämlich von einem “Wendekreis der Zwillinge” (statt des Krebses) und von einem “Wendekreis des Schützen” (statt des Steinbocks) sprechen. So ist der astrologische Tierkreis und damit das Geschehen auf der Erde nur von den “Zeichen” aus zu beurteilen. Die Astrologie und damit sowohl die Horoskopdeutung für den Menschen wie auch die Termine im Mondkalender orientieren sich darum heute wie zu allen früheren Zeiten an der jährlichen Sonnenumlaufbahn und den Tierkreiszeichen und nicht – wie die Astronomie – am Fixsternenhimmel. Dennoch versucht letztere immer wieder, den Astrologen Scharlatanerie und Volksverdummung zu unterstellen, weil sie die “wissenschaftlichen” und damit realen Gegebenheiten im Weltraum ignoriere. Das Vorrücken der Sternbilder kann indes an den 12 Tierkreiszeichen und ihrer Reihenfolge nichts ändern, da eine ursächliche Abhängigkeit von letzteren nie bestand. Dieser Vorwurf geht auch deshalb fehl, weil es sich hierbei um zwei grundsätzlich verschiedene philosophische Betrachtungsweisen handelt: Die Astrologie als Teil der Esoterik handelt von den verborgenen, göttlichen Wahrheiten; die Astronomie als Teil der Naturwissenschaften hingegen untersucht die physikalisch-materiellen Erscheinungen im Weltall (BRIEMLE, 1997). Somit haben sich auch die Mondstände in den Mondkalendern nach den Sternzeichen zu richten und nicht nach den Sternbildern. Je nachdem, ob ein Mondkalender nach den Sternzeichen oder aber nach den Sternbildern ausgerichtet ist, ergeben sich nämlich bei der Terminwahl Unterschiede bis zu 3 Tagen. Dies kann durchaus fatale Folgen haben!

     

    Zitierte Literatur

     

     BANZHAF, H. & A. HAEBLER 1994: Schlüsselworte zur Astrologie. – Hugendubel-Verlag, München: 301 S.

    BRIEMLE, G. 1997: Wer Ohren hat, der höre. Esoterisch-christliche Wege zum Seelenheil. - Theophanica-Verlag, Aulendorf, 350 S.; Vertrieb: Esoterischer Verlag P. Hartmann, D-68 642 Bürstadt.

    BRIEMLE, G. 2000: Stier öffne das Tor! Wo liegen die Wurzeln unseres Tierkreises? – Astrologische Zeitschrift MerCur Nr. 6/00: 35-36, München.

    BRIEMLE, G. 2001: Landbaulicher Mondkalender für 2001. – Allgäuer Bauernblatt 69. Jg. Heft 1

    JUNG, C.G. 1951: Aion: Untersuchungen zur Symbolgeschichte. Psycholgische Abhandlungen, Band 8 - Rascher-Verlag, Zürich,  S. 136

    LORBER, J. 1840-1864: Das große Evangelium Johannes. Neuoffenbarungen Gottes zum christlichen Evangelium, medial diktiert an den Mystiker Jakob Lorber. – Lorber-Verlag, Bietigheim-Bissingen.

     PAUNGGER, J. u. T. POPPE, 1993: Vom richtigen Zeitpunkt. Die Anwendung des Mondkalenders im täglichen Leben. – Hugendubel-Verlag, München

    SCHMIDT, K.O. 1936: Stern unter Sternen. – Baum-Verlag, Pfullingen, 221 S.

     SCHULT, A. 1986: Astrosophie als kosmische Signaturlehre des Menschenbildes. – Turm-Verlag, Bietigheim; 2 Bände: 718 S.

    SPIESS, H., 1994: Chronobiologische Untersuchungen mit besonderer Berücksichtigung lunarer Rhythmen im biologisch-dynamischen Pflanzenbau. –  Schr. R. f. Biologisch-Dynamische Forschung, Bd. 3, Darmstadt

    THUN, M. &  M.K. THUN, 2001: Aussaattage. – M. Thun-Verlag, Biedenkopf 60 S.

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