Der Schmetterling: Sinnbild für die Vergeistigung der Materie (Analogie: Raupe = Inkarnation, Puppe = Tod, Falter = Geistwesen)

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Was ist Karma?

Was ist Karma?

 

Das alt-indische Wort “Karma” heißt zum Einen soviel wie „das Werk“, „die Handlung“, aber auch „Wirkung einer Tat“.

Neben dem Analogie-, Resonanz- und Polaritätsgesetz ist es das universellste göttliche Gesetz von Ursache und Wirkung und bedeutet schlechthin:

Jede Ursache (Handlung) hat ihre Wirkung und jede Wirkung ihre Ursache!

Alles, was auf der Welt geschieht, hat Auswirkungen irgendwelcher Art. Im Makro- wie auch im Mikrokosmos vollziehen sich ständig Veränder­ungen. Jede dieser Veränderungen hat ihre Ursache und wird ihrerseits wieder zur Ursache von Auswirkungen. Wie der Inder im Blick auf diese Wirkung von Dasein zu Dasein vom „Karma“ redet, so sprachen laut K.O. SCHMIDT auch schon die Ur-Germanen vom „Garma“ als dem Urgesetz, dem Gesetz des UR. Es regelt den Kreislauf der Wiederkehr aller seelenhafter Wesen um immer höher zu steigen und so der Gottheit immer ähnlicher zu werden. Es geht also hier um eine göttlich-ausgleichende Gerechtigkeit und zwar dergestalt, daß in allen Dingen und Verhältnissen immer wieder das Gleichgewicht, die Harmonie hergestellt wird. Dies geschieht, indem störende Ursachen beseitigt oder in harmonisch wirkende umgewandelt werden. Die alten Griechen nannten es Nemesis, die christliche Mystik redet von ausgleichender göttlicher Gerechtigkeit. Karma ist nichts Statisches, sondern veränderlich und ist – wie alles im Leben – einem ständigem Wechsel unterworfen. Somit ist alles im Flusse; nichts hat Bestand! Allerdings liegt es beim Menschen, ob und wieweit dieser Wechsel und Wandel zum Besseren führt.

Wie wir an der Definition von „Karma“ sehen, ist die Schöpfung eigentlich sehr einfach organisiert. So einfach und genial, daß der Mensch wiederum nicht ohne weiteres darauf kommt. Wir kennen alle den Spruch: „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus“. – Diese Volksweisheit ist nichts anderes als die deutschsprachige Umschreibung von Karma. Man kann diesen Satz auch etwas abwandeln und sagen: „In welcher Weise man von und über die Mitwelt denkt, so fällt es wieder auf einen selber zurück“; oder: „Wie die Saat, so die Ernte.“ Die Saat, das sind unsere Gedanken, die wir tagsüber denken. Die Ernte ist das, was heute, morgen oder übermorgen zu uns zurückkommt, also die Reaktion auf unsere Gedanken. Die Psychologie sagt zu diesem Phänomen: „Aktion = Reaktion“ . Auch Jesus hat diese Welt-Regel in den Mund genommen. Zwar hat er damals nicht von Aktion oder Reaktion gesprochen, sondern hat gesagt: „Richtet nicht, auf daß Ihr nicht gerichtet werdet.“ Wer einen anderen richtet (= Aktion), der wird selbst gerichtet werden (= Reaktion).

Das ist ein universelles Gesetz und wir können es im gesellschaftlichen Miteinander tagtäglich aus der Zeitung erfahren. Es funktioniert aber auch andersherum: Wer einem anderen Gutes tut, dem wird auch Gutes widerfahren. So können wir nach unserem leiblichen Tod und dem Überwechseln ins Jenseits nur diejenigen Wirkungen erwarten, zu denen wir auf Erden die Ursache legten. Der Satz von der Erhaltung der Energie umfaßt den materiellen Bereich ebenso wie den ethisch-moralischen und den geistigen. Daher werden wir nicht für unser Verhalten belohnt oder bestraft, sondern durch dasselbe. Dieser Unterschied ist ganz wesentlich und stellt die Verbindung zum oben erwähnten Resonanzgesetz her. Generell kann man also sagen: Niemand empfängt oder erleidet etwas, was er nicht selbst ver ursacht hat. Und hinsichtlich der Bilanzführung kann man sagen: Karma ist vergleichbar mit einem Bankkonto im Jenseits: Die himmlische Geisterwelt führt die Soll- und Haben-Bewegungen aufs Genaueste.

Karma hat also – wie auch das Schicksal – nichts mit Strafe Gottes zu tun, sondern es ist sets hausgmacht. Karma ist nicht nur etwas Äußeres, über Krankheits- oder Schicksalsereignisse nach außen hin Sichtbares, sondern vielmehr etwas Inneres, zutiefst Wesenhaftes. Daher gibt es im Universum keine karmalosen, schicksalslosen Wesen. Eine Ausnahme bilden außer der Geisterwelt der Engel allerdings jene vollendeten Seelen, die das Nirwana, also die Aufgabe des „Ich“ und die Wiedervereinigung mit dem „Höheren Selbst“ erreicht, und somit den Kreislauf der Wiederkehr für sich selbst beendet haben.

Die Mystik unterscheidet verschiedene Ebenen von Karma. Im der gesellschaftlichen Hierarchie gibt es 5 Aspekte in hierarchischem Aufbau:

 

      1. das Karma des Planeten Erde

      2. das Karma eines Volkes, einer Nation

      3. das Karma einer Rasse oder enthnischen Gruppe

      4. das Karma einer Familie

      5. das Karma jedes Einzelnen (individuelles Karma)

 

Bei den 4 Erstgenannten handelt es sich um kollektives Karma. Dieses Gruppen- Sippen-, Rassen- oder Volkskarma hat auf den Einzelnen um so größere Auswirkungen, je passiver er selbst als Teil der Masse lebt und dem „Herdentrieb“ folgt; um so geringere jedoch, je bewußter er lebt und je mehr er sich selbst bestimmt.(350) In jedem Falle aber kann vom Kollektivkarma immer nur dasjenige den Einzelnen treffen, was seinem eigenen reif gewordenen Schicksalsgut entspricht. Das heißt mit anderen Worten: Er erfährt – auch in den Stürmen kollektiver Katastrophen, wie etwa in Kriegen – immer seine eigenes Schicksalsgut. Dieses kann die jeweiligen Umstände abmildern oder verschärfen.

Der Osten unterscheidet darüber hinaus noch verschiedene Formen des Karma.

  1. Ruhendes Karma (Sanchita-Karma) – der aus allen früheren Verkörperungen resultierende weitaus größte latente, noch ruhende Teil des Gesamtschicksalsgutes. Es wird auch „gespeichertes“ oder „potentielles Karma“ genannt.
  2. Ernte-Karma (Prarabdha-Karma): das reif und aktiv gewordene Schicksalsgut, das sich im jetzigen Leben in den körperlichen, seelisch-geistigen, familiären und Umwelt-Verhältnissen auswirkt; 
  3. Saat-Karma oder Werdendes Karma (Agami- oder Kriyamana-Karma), das als Folge jetzigen Denkens und Tuns sich bildende neue Schicksalsgut. Es kommt erst in Zukunft zur Auswirkung, sei es im Laufe noch dieses oder eines künftigen Erden-Daseins.

Diese drei Kategorien unterscheiden sich deutlich. So ist unser derzeitiges Leben Ernte- und Saatzeit zugleich. Bewußt oder unbewußt schaffen wir uns ständig neues Schicksalsgut, welches das jetzige, aktive Karma abwandelt oder sich dem neuen Schicksalsgut angliedert. Karma als Schicksalsgesetz ist demnach absolut nichts Statisches, sondern es verhält sich äußerst dynamisch. Es ist ein lebendiges, geistiges Gesetz universaler, kosmischer Harmonie mit dem Ziel der Förderung von Wachs­tums und Höherentwicklung alles Lebendigen.

 

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