Gnosis ist Selbsterkenntnis und damit letztlich Gott-Erkenntnis!
Die Hintergründe des menschlichen Daseins
Der Mensch sollte sich – noch vor seinem Tod – darüber im Klaren sein, wozu er eigentlich auf diese Welt gekommen ist, und was seine Aufgabe war.
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Auszüge aus dem Lorber-Evangelium:
Die materielle Welt ist nur der Schatten der Wirklichkeit
Jesus zu Roklus: Gefällt dir die Welt und ihr Getriebe und willst dich mit ihren Schätzen bereichern, so gleichst du einem Narren, dem eine geschmückte Braut vorgestellt
wird, die er aber nicht will. Wohl aber stürzt er sich mit aller Leidenschaft eines blinden Fanatikers auf den Schatten der Braut und kostet diesen genüßlich aus! Sobald dann aber die Braut den
Narren verläßt, wird auch ihr Schatten mit ihr ziehen! Was aber wird dann dem Narren übrigbleiben? – Nichts! Wie wird er dann wehklagen, das so sehr Geliebte verloren zu haben! Aber da wird man zu
ihm sagen: Blinder Tor, warum hast du denn nicht die volle Wahrheit (die echte Braut), sondern nur deren Schatten ergriffen? Was kann denn der Schatten anderes sein aIs nur Mangel an Licht, den
alle Materie (als verdichtet Form) nach der dem Licht abgewandten Seite werfen muß? Was aber dein Schatten dir gegenüber ist, dasselbe ist alles Materielle und alle Schätze dieser Welt gegenüber
dem Geist. Die sicht- und fühlbare Welt ist demnach ein zwar notwendiges Hilfsmittel, in sich selbst aber Lüge und Täuschung. Sie ist nämlich in Wirklichkeit das nicht, was sie deinen fünf Sinnen verspricht. Weil
nur aber die Welt vor dem geistigen Auge Gottes etwas Vergängliches ist, liegt in ihr das Gericht (Gefängnis, Satan, Tod). Die Menschen sehen also lediglich das
Schattenbild einer tieferen, im Hintergrund verborgenen Wirklichkeit (Ev. Joh. Bd. 5, 70: 8-11).
Die materielle Welt ist in Wirklichkeit nur Schein
Jesus zu den Jüngern: Es gibt auf der Welt viele Menschen, die sich geistig gewissermaßen auf dem tiefsten Grund eines “Wahnmeeres” befinden. Auch diesen sollt ihr das Evangelium
predigen, und es werden auch einige zu mir finden. Jeder Arbeiter in Meinem Weinberg wird nach seinem Fleiß und Eifer belohnt. Hier auf dieser Erde wird der
Lohn zwar nur magerer sein, aber um so größer und fetter für Seele und Geist im Jenseits. Denn bedenkt immer: Die Güter dieser Erde sind in Wirklichkeit zur Schein
und gleichen denen im Traum. Der Unterschied besteht nur darin, daß der Traum die Seele etwas kürzer täuscht als es die materiellen Welt tut. Aber beide vergehen
und danach wird sich vor dem geistigen Auge alles Materielle als Trug und Schein entpuppen. Darum trachtet vor allem nach den Besitztümern des Geistes, die da
sind: Licht, Wahrheit und Seelenleben. Was der Leib zu seiner Existenz braucht, das wird jedem zur genüge zuteil; denn Ich weiß am besten, was dem Menschen in leiblicher Beziehung not tut. (Ev. Joh. Bd. 8, 163: 7-10)
Die “Weltmenschen” sind nicht empfänglich für göttliche Wahrheiten
Nach den Gesprächen mit Johannes, Matthäus und Philopold über die Inkarnation verbietet Jesus den Anwesenden, von all dem, was sie hier gesehen und gehört
haben, jemand Fremdem etwas zu erzählen. Auch als Matthäus fragt, ob er das hier Gesprochene aufschreiben dürfe, untersagt er es ihm: Solche Botschaften könnten nur die hier anwesenden Zeugen verstehen. Würde aber all das in Büchern
beschrieben, so könnte es die Welt nicht nur nicht fassen, sondern sich dazu noch ärgern und ihr würdet euch nur unbeliebt machen. Darum durfte Matthäus nur das aufzeichnen, was ihm Jesus ausdrücklich erlaubte (Ev. Joh. 1, 216: 9-10; vgl. auch Joh. 21, 25).
Auf den Einwand des Johannes, die Welt bekäme aber auf diese Weise nur lückenhafte Dokumente vom Leben und Wirken Jesu, es entstünden Zweifel und
solche Bruchstücke würden lediglich als Werk priesterlichen Eigennutzes angesehen, sagt Jesus: Das ist aber eben das, was Ich für die eigentliche Welt, die ein Haus
des Satans ist, haben will. Denn ob ihr einer Sau Maiskörner oder edle Perlen vorwerft, sie wird sie nicht voneinander unterscheiden können. Es ist daher besser,
die Botschaft wird der Welt in verhüllter Form gegeben, und sie wird sich dann bloß um die Hülle balgen. Der innewohnende Lebenskern aber bleibt unversehrt. Wenn
aber die Zeit gekommen ist, werde Ich schon von neuem Menschen erwecken und ihnen all das kundgeben, was hier geschehen ist und was die unverbesserliche Welt zu erwarten hat. Wie aber das alles geschehen wird, das werde Ich dir,
Johannes, vom Himmel aus in verhüllten Bildern offenbaren! (Ev. Joh. 1, 216: 12-15)
Die ägyptischen Pyramiden waren Schulen der Weisheit
Jesus zu Roklus: Die Pyramide war von der Außenwelt ganz abgeschlossen und innen so gestaltet, daß der Mensch angehalten war, in sich zu gehen um sein geistiges Lebenslicht zu
finden. Für diesen Zweck war es in den weiten Gängen einer solchen Pyramide ganz dunkel, und es wurde nicht eher hell, bis der Mensch mit seinem Innern Lebenslicht
alles zu beleuchten anfing. Die mag zwar etwas seltsam klingen, trotzdem ist es so. Denn wenn sich einem Menschen das innere Auge seines Gemüts öffnet, gibt es für
ihn auf der Erde keine Finsternis mehr. Einen Beweis dafür liefern die sehr sensitiven und in Verzückung sich befindlichen Menschen. Diese sehen mit geschlossenen Augen um vieles mehr aIs andere mit offenen. Sie sehen durch die
für andere undurchsichtige Materie hindurch und durchschauen sogar die Sterne. Wie man aber in den seligen Zustand der Verzückung (Hellsicht) kommen kann, das
wurde innerhalb der Pyramiden gelehrt und oft geübt (Ev. Joh. Bd. 5, 72: 3-4).
Inzwischen sind diese Weisheitsschulen Ägyptens eingegangen und bestehen in dieser Art schon lange nicht mehr. Schon zu Moses Zeiten hat es darin zu hapern
angefangen, indem man nur einen oberflächlichen Unterricht erteilte. Ein Plato und ein Sokrates waren so ziemlich die letzten, die von der inneren Lebensschule noch
Kenntnis hatten. Deshalb bin ja ich in das Fleisch dieser Welt gekommen, um euch Menschen eine noch bessere Lebensvorschrift zu geben, nach der sich jeder in die
höchste Lebensweisheit versetzen kann. Und diese Vorschrift Iautet kurz und bündig: “Liebe Gott aus allen deinen Kräften über alles und deinen Nächsten wie
dich selbst!” Wer das übt und tut, der ist Mir gleich und wird dadurch in alle Weisheit gelangen (Ev. Joh. Bd. 5, 72: 11-12).
Copyright Interpretation © 2000 by Dr. Gottfried Briemle, D-88 326 Aulendorf
Copyright Urtext © 1985 by Lorber-Verlag D-74 321 Bietigheim-Bissingen
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