Der Schmetterling: Sinnbild für die Vergeistigung der Materie (Analogie: Raupe = Inkarnation, Puppe = Tod, Falter = Geistwesen)

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Zeitqualität

Was ist Zeitqualität?

 

Das Mächtigste auf der Welt ist eine Idee,
deren Zeit gekommen ist.

Victor Hugo (1802-85)

 

Es gibt in unserer Welt nicht nur eine Quantität der Zeit, also Sekunden, Minuten, Stunden, Monate und Jahre, sondern auch eine Qualität der Zeit. Das heißt, bei allem was wir im Leben tun, kommt es auch darauf an, ob wir es zu einem günstigen oder zu einem ungünstige Zeitpunkt tun.

Als wir noch in einer Agrargesellschaft lebten und die Menschen noch viel mehr als heute mit der Natur arbeiten mußten, war es bei den Bauern selbsverständlich, beim Bestellen ihrer Felder sich nach den Mondphasen zu richten. Dem Ehepaar Johanna Paungger-Poppe und Thomas Poppe gebührt der Verdienst, alte lunare Bauernregeln wieder ausgegraben und in dem Werk “Vom richtigen Zeitpunkt” der Nachwelt erhalten zu haben.

Die Exoterik (die vordergründig-weltlichen Wahrheiten) berichtet manchmal “das geschah wohl unter einem ungünstigen Stern”. Die Journalisten wissen zwar nicht, was sie da schreiben, aber sie berichten unbewußt von der Qualität der Zeit. Innerhalb der Esoterik (die hintergründig-göttlichen Wahrheiten) war dieses Phänomen insbesondere der der Astrologie schon immer geläufig und das schon seit Tausenden von Jahren!

Eine astrologische Charakteranalyse dient der Selbsterkenntnis, ganz nach der jahrtausendealten Weisheit „Erkenne dich selbst – und werde heil”. Ein Satz, der schon in der griechischen Antike über dem Portal des Orakels zu Delphi stand. Gemäß dem hermetischen Analogiegesetz „wie oben, so unten” – oder wie wir Christen im Vaterunser beten, „wie im Himmel, so auch auf Erden” – mißt das Horoskop die Qualität der Zeit im Augenblick der Geburt. Die Eigenschaften dieser Zeitqualität haben für das ganzes Leben Gültigkeit. Der Mensch trägt diese Information nicht etwa nur in der Seele, sondern in jeder Körperzelle, denn das Ganze ist auch immer in jedem Detail wiederzufinden, wie die Pflanze im Samen wiederzufinden ist.

Der eigentliche Sinn der Astrosophie ist es, dem Menschen die Meisterung seiner schicksalsträchtigen Lebensaufgabe zu erleichtern und es ihm zu ermöglichen, hinter die Kulissen der Welt zu blicken. Durch Vertiefung in die Anschauung der schicksalkündigenden Gestirne soll diese esoterische Disziplin dem Menschen zu mehr Seelenfrieden und Gottverbundenheit verhelfen. Schon Johannes Keppler, der große Astronom und Mathematiker des 17. Jahrhunderts sagte, „Die Philosophie und also auch die wahre Astrosophie ist ein Zeugnis von Gottes Werken und also ein heilig und gar nicht leichtfertig Ding.”

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die „Sterne” beeinflussen unser Leben sehr wohl, und zwar mehr als mancher intellektuelle Astrologe oder zeitgeist-angepaßte Esoteriker wahrhaben will! – Trotz dieser eindeutigen Aussage ist sie aber nur die halbe Wahrheit; denn die Sterne selbst tun gar nichts. Sie zeigen nur etwas an, die Qualität der Zeit nämlich. Sie sind nichts weiter als ein Meßinstrument, vergleichbar etwa mit einem Thermometer oder dem Kilometerzähler im Automobil. Hinter den Sternen steht der Weltenerschaffer und dessen kosmische Gesetze, allen voran das hermetische Grundgesetz, „Wie oben, so unten”, oder „Wie im Himmel, so auf Erden”. – Und nur so darf der erste Satz verstanden werden.

Wie uns das Alltagsleben zeigt, gibt es bei uns Menschen Erfolgsphasen, in denen alles leichter gelingt, manchmal einem sogar manches mühelos zufällt. Andererseits hat ein jeder schon feststellen können, daß zu anderen Zeiten unerklärliche Hemmungen, Behinderungen oder ernste Widerstände als ausgesprochene Pechsträhnen eintreten, die dann vieles einfach nicht gelingen lassen. Man kann dies nun als Schicksalsrhythmik bezeichnen oder – hinsichtlich der Hochs und Tiefs auf geistigem, seelischem oder körperlichem Gebiet – auch als „Bio- oder Mondrhythmik”. Alle Bezeichnungen sind korrekt und verweisen lediglich auf die schon erwähnte Zeitqualität, also ursächlich auf Dinge, die mit den Rhythmen in Natur und Kosmos zusammehängen. Die Eingliederung in kosmische Gesetzmäßigkeiten nimmt ihren Anfang mit dem ersten Schrei nach der Geburt. Der Augenblick, in dem der Mensch das Licht der Welt erblickt, unterliegt einer ganz bestimmten kosmischen Konstellation, die sich mit dieser Planetenstellung niemals wiederholt und auch vorher nicht in gleicher Form bestand. Es handelt sich um eine Prägung, die uns die Geburtsminute eingravierte. Und dieser Zustand der kosmischen Situation spiegelt sich im in­dividuellen Horoskop wider.

Was aber nützt uns Menschen dann die Astrologie mit dem berühmten „Blick in die Stunde”, wenn nicht vorrangig für prognostische Zwecke? – Auch hier läßt sich eine eindeutige Aussage machen. In erster Linie verhilft sie uns zur Erkenntnis des eigenen Wesens; sie gibt uns Einblick in das seelische Lernprogramm der jetzigen Inkarnation. Und das ist – mißt man es am Erfolg anderer psychologischer Therapiemethoden – schon eine ganze Menge. Das bedeutet nicht, daß Selbsterkenntnis nur über die Astrologie möglich ist. – Nein, aber es ist eine gute, preiswerte Möglichkeit zu ihr zu gelangen. Jeder Mensch kennt bekanntlich seine guten, starken Seiten. Dies ist nichts besonderes, denn damit identifizieren wir uns jeden Tag. Wer aber um seine Schwächen oder – psychologisch ausgedrückt – um seinen „Schatten” weiß, erfährt auch die Möglichkeiten seelischen Wachstums. Wer die im Horoskoprad (sog. Radix) sichtbar gewordenen, teils harmonischen, teils konfliktträchtigen Seelen­kräfte im täglichen Leben positiv umsetzen will, tut gut daran, nicht nur sein bekanntes „Ich”, sondern vor allem sein unbekanntes „Selbst” akzeptieren und lieben lernen. Denn, Kein Mensch kann sich auf Dauer den ihm zugeteilten Aufgaben, die im Kosmogramm sichtbar werden, entziehen. Jeder muß sich zwangsläufig mit ihnen beschäftigen. Tut der Mensch das nicht freiwillig, bedient sich die Seele bewährter Werkzeuge, die da sind: Krankheit, Leid und Schmerz. Das Horoskop zeigt also die Vielschichtigkeit der Charakter­anlagen in den Winkelbeziehungen der Planeten auf. Sie dürfen aber – wie gesagt – nicht als „planetare Fernwirkungen” verstanden werden, sondern nur als analoge Wirkprinzipien nach dem Gesetz „Wie oben, so unten”.

GOETHE bringt die Zeitqualität dichterisch sehr treffend in den orphischen Urworten zum Ausdruck:

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen
die Sonne stand zum Gruße der Planeten
bist alsobald und fort und fort gediehen
nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So mußt du sein, du kannst dir nicht entfliehen!
So sagten schon Sibyllen, so Propheten,
und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

Ein praktisches Beispiel: Wie jeder weiß, versuchen oftmals ehrgeizige Eltern, ihre Kinder in eine (berufliche) Bahn zu zwängen, die deren Wesensanlage und Fähigkeiten jedoch nicht entspricht. Von solchen Eltern hört man dann meist: „Unsere Kinder sollen es einmal besser und leichter haben als wir.” Wenn aber die geistigen Fähigkeiten nicht ausreichen, die manuell-handwerklichen jedoch überwiegen, so wird ein Zwang zum Studium zu einer Tortur. Werden etwa musische oder künstlerische Fähigkeiten beim Kind unterdrückt oder gar bekämpft, weil es schließlich einen „gescheiten, bodenständigen Beruf” erlernen soll, mündet sowas umgekehrt oft in einen psychopatisches Syndrom ein. Die Aufgabe des esoterisch arbeitenden Astrologen wird es dann sein, mit Hilfe des Geburtsbildes zu verdeutlichen, daß ein gewaltsamer Dirigismus – so fürsorglich und weitblickend er auch von den Eltern gemeint ist – zu einem unnützes Unterfangen wird. Denn, wie wir später noch sehen werden, hat das Kind weder den Intellekt noch die geistig-seelische Veranlagung von seinen Eltern „genetisch geerbt”, sondern bestenfalls das äußere Aussehen! Allein die reinkarnierende Seele setzt den Charakter und die Veranlagungen des Neugeborenen fest, und dies ist ablesbar an der Zeitqualität! Wir Erzeuger (Eltern) sind also lediglich Werkzeuge unseres himmlischen Vaters, nicht aber jene machtvollen Schicksalsbestimmer, für die wir uns gerne halten. Karmische Tatsachen solcher Art können für die leiblichen Eltern enttäuschend, aber auch beruhigend sein. 

Im Gegensatz zu allen anderen Disziplinen verhilft die Astrologie mit ihren Analogie- und Ähnlichkeitsprinzipien dem suchenden Menschen zum wahren, sprich: seelischen Heil. – Daher kann man sie mit Fug und Recht als die Königin der Wissenschaften bezeichnen. Dies war sie nicht nur im Mittelalter, sondern ist es auch noch heute, weil unsere Wissenschaften mit allem Geistigen und Nichtmeßbaren nichts anfangen können.

Als Hilfsmittel bedient sich die Astrologie des Horoskops (= Blick in die Stunde), als Methode wählt sie die hohe und schwierige Kunst des Kombinierens.

 

Der Schmetterling: Sinnbild für die Vergeistigung der Materie (Analogie: Raupe = Inkarnation, Puppe = Tod, Falter = Geistwesen)

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